Klarheit

29. August 2025

 

fotoHier kommt mal wieder ein Journalbeitrag, der lediglich eine Fotografie begleitet, die heute erstmals auf den Fotoseiten erscheint. Solche sollen ja seit dem letzten Mal hier eine etwas andere Aufmachung erhalten.

Eine Zuschrift per E-Mail enthielt gestern einen Kommentar zu meinen Fotografien, über den ich mich sehr gefreut habe. So etwas kommt selten vor, ist aber gerade, wenn es derart freiwillig und beiläufig geschieht, etwas ziemlich Besonderes.

Danke, lieber G. Das Fotografieren wird, trotz Pausen wie zur Zeit, an dieser Stelle wieder weitergehen.

Die hier gezeigte Aufnahme hat ansonsten nichts mit einer anderen Begebenheit zu tun, markiert aber allein durch ihr Erscheinungsdatum das Ereignis: Heute vor vierzehn Jahren ist Vater gestorben.

Ich erinnere mich, als wäre es gerade erst geschehen, dass ebenso wie heute die strahlende Sonne eines Spätsommermorgens in die Stille schien. Wie tröstlich und wohltuend dieses Licht wirkte, während es zugleich die unumstößliche Realität des Moments in all seinen Facetten sichtbar zu manifestieren schien.

Eine Ansicht, die mir, obwohl ich damals wie ferngesteuert eine Aufnahme davon machte, auch ohne eine Fotografie für den bescheidenen Rest meines Lebens so in Erinnerung bleiben wird. 

Ich schreibe das ganz ohne Trübnis, vermutlich in derselben Klarheit, die vor all den Jahren bereits den Augenblick begleitete, was in Bezug auf jene Klarheit wahrscheinlich nichts übertreffen könnte als der Tod.

Auch Vater würde allerdings gewollt haben, dass an einem so kostbaren Freitag im Spätsommer nach solcherart Angedenken das Leben nicht weiter an betrübliche Gedanken und Gefühle verschwendet wird. Wir haben nur dieses Leben und müssen es gestalten, so lange wir es können.





 

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