Inspiration

26. Oktober 2026

 

fotoJedes Jahr juckt es mich in den Fingern, einen Abzug beim Magnum Square Print Sale zu erwerben, so auch dieses Jahr wieder. Am Ende entscheide ich mich jedesmal dagegen, komme mir aber in der Fülle der Exponate Jahr für Jahr vor wie das Kind im Bonbonladen. Dabei erscheint mir dieses Jahr auch die Themenstellung sehr gelungen.

So oder so, die Agentur Magnum und insbesondere ihre Protagonisten des vergangenen Jahrhunderts haben der Fotografie ihren Stempel aufgedrückt und stehen für einen großen Teil dessen, was vermutlich viele von uns und auch ich mit Fotografie verbinden.

Heute scheint mir die Agentur nach ihrer DNA zu suchen und ihr nicht mehr so gerecht zu werden. Aber es gibt sie ja noch und auch dieses legendäre Archiv. Das und viele andere Fotografen sind tagtäglich Inspirationsquelle und Ansporn, ohne Inspiration hätte ich die Kamera vielleicht schon lange in die Ecke gestellt.

Stattdessen gibt es eigentlich immer diesen mal stärker und mal schwächer bohrenden Wunsch nach eigener kreativer Betätigung. Spätestens bei der Ansicht inspirierender Arbeiten wie diesen gibt es oft kein Halten mehr.

Das Magnum Archiv ist wie eine Oase, Labsal und Erfrischung für Sinne, die sich der sich ausbreitenden Wüstenei der uns umgebenden Bilder erwehren müssen, die einfach nicht so »den Nerv treffen« wie der erwähnte Teil der Magnum-Werke.

Sicher ist es anmaßend, irgendwelchen Magnum-Fotografen nachzueifern, das ist nicht die Absicht. Es wäre auch der Entfaltung eigener Ambitionen und Authentizität abträglich. Dagegen kann nicht oft genug betont werden, wie wichtig derlei Inspirationsquellen sind. Wenn für nichts anderes dann wenigstens zur zur Erweckung der gebotenen Demut und Ehrfurcht sowie des Impulses für eigenes Schaffen angesichts der Konzentration so monumentaler Werke.

Bild:
Tarifa, Juni 2022
Summicron-M 28, Kodak Portra 160
© Ulrich Hilger





 

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