2. Juni 2026
Zahlreiche Verwaltungsaufgaben und Arztbesuche sind absolviert. Zeit zum Durchatmen. Aufkommende Betätigungen lassen sich nun konkreter aufs Korn nehmen, von denen die eine oder andere früher oder später auch hier im Journal Erwähnung finden wird, wenn es so weit ist.
Einstweilen hier noch ein paar Gedanken aus ein paar Tagen Muße heraus, wonach hier abermals erst einmal wieder eine Pause entsteht, in der andere Dinge Vorrang haben werden.
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Gerne aufgreifen möchte ich die Zeilen eines Beitrags von Steffen Voß, die als Leitmotiv auch hier im Journal schon seit jeher gelten.
Blogs zwingen uns, in ganzen Sätzen zu denken. Blogs schaffen Archive. Blogs ermöglichen echte Diskussionen. Blogs sind demokratisch: Jede*r kann einen schreiben. Kein Algorithmus entscheidet, wer gehört wird.
Wie wahr. In meinem Fall ist das Journal auch stets ein Weg, Dinge für mich ins rechte Licht zu rücken. Nur wenigen ist mit eigenem Blog eine große Reichweite beschert. Aber das macht nichts. Wenn der Autor eines Blogs nicht selbst das Bedürfnis hat, Worte aufzuschreiben, wird es ohnehin nichts, auch ohne große Leserschaft.
Ebenso schön wie zutreffend ist jedenfalls die Formulierung des Denkens in ganzen Sätzen. So Manche(r) traut sich in eine mit Internet und Medien nie dagewesene Öffentlichkeit ohne dies je gelernt zu haben oder jene Fähigkeit zu schätzen zu wissen.
Wir sollten unbedingt mehr Blogs haben.
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Die Abkehr von Social Media scheint sich zu verstärken. Auch bei mir hat sich das wenige Engagement dort inzwischen verloren. Es ist auch nicht mehr so wie früher. Vermutlich schlicht das Ergebnis fortschreitender Enshittifcation sowie der ewig gleichen Funktionsmuster. Das macht es leicht, sich frei von »fear of missing out« vermehrt »offline«-Betätigungen nachzugehen. Ganz im Sinne eines Aufklebers von Adox, der schon länger am Auto klebt: »The best things in life are analog«.
Die Möglichkeiten des Internets müssen ja nicht vollkommen ungenutzt bleiben. Aber es muss auch nicht jeder Trend sofort aufgegriffen werden. Die Frage »was kann ich damit machen?« sollte vorangestellt sein.
Ein Beispiel: Ich habe das Format der Reiseberichte auf »Die Ferne« zur Schilderung von Reiseerlebnissen online gewählt. Es sollte aber schon immer die Grundlage liefern, die Berichte auch mit wenig Zusatzaufwand in Papierform produzieren zu können. Das konnte nun umgesetzt werden. Jeder Reisebericht auf »Die Ferne« liegt jetzt auch als gedrucktes Heft vor und kann als kleine Sammelmappe jederzeit zur Hand genommen und durchstöbert werden. Die Produktion einzelner Hefte kann dabei direkt aus der in AsciiDoc erstellten Quelle erfolgen, die auch für die Online-Variante zugrundeliegt.
Zahlreiche Anbieter im Netz bieten das an. Ich habe mich letztlich für smartpaper24 entschieden, aber jeder mag da andere Präferenzen haben. Fakt bleibt die mühelose Erstellung unterschiedlicher Medien aus derselben Quelle, ohne einen eigenen Drucker haben zu müssen.
Im Ergebnis findet sich quasi als Vollendung des digital unterstützten Schaffens in Eigenregie ein dingliches, haptisches Produkt in der realen Welt. Wie sollten sich all die digitalen Inhalte sonst auch jemals materialisieren?
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Als Spiegelbild vieler Vorgänge rundherum, die nur noch als närrisch empfunden werden können, dient alle Jahre die Fastnachtszeit. Eine jahrhundertealte Tradition, für die man in Russland jedoch neuerdings vor Gericht kommt. Das ist konsequent: Wo keine Freiheit, da keine Narrenfreiheit.
Nur folgerichtig wirken Bilder aus der närrischen Zeit für sich betrachtet auch oft surreal, sind sie schließlich in gewisser Weise auch das Spiegelbild vom Spiegelbild. Ein kleine Reihe eigener Eindrücke bildet die Sammlung Narren der Fotoseiten (Menü archiv - strecken - narren 2025).
Damit wollen wir es an dieser Stelle für eine gewisse Zeit bewenden lassen.
Bild:
Mainz, März 2025
Kodak Ultramax, Summicron-M 28
© Ulrich Hilger
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