Klima, Energiealternativen, US Cars und eine Fotografie

31. Mai 2026

 

fotoGewitter und Starkregen folgen auf Sommerhitze, heiße Luftmassen prallen auf kühlere. Der Mai verabschiedet sich heute als ein neuer Sommermonat, nachdem sich zum wiederholten Mal das Frühjahr in den Wintermonat März verschob und der Mai seine Eigenschaft als »Wonnemonat« dem April überließ. Frühe Anzeichen eines weiter fortschreitenden Klimawandels, der sich inzwischen für Alle deutlich bemerkbar macht.

Noch immer nur moderate Vorboten. Trotzdem kaufen die Leute weiter Verbrennerautos und Gasheizungen.

Noch immer wird den immer dringenderen Hinweisen auf bestehende Alternativen zur fossilen Energie in Form von PV-Anlage, E-Auto und Wärmepumpen deren angeblich hohe Kosten entgegengehalten. Eine Erzählung, die nicht zutrifft. Die Kosten sind nicht höher, eine PV-Anlage, ein E-Auto und eine Wärmepumpe sorgen für erhebliche Ersparnis und amortisieren sich schnell. 

Und auch der Hinweis, nicht jeder habe das Geld für jene Anschaffungen, trifft nicht zu, denn der Vergleich, der hier anklingt, betrifft ja nur Käufer von Verbrenner-Autos oder Gasheizungen. Wenn für jene Dinge Geld aufgewendet werden kann, geht das stattdessen auch für E-Auto oder Wärmepumpe.

Es braucht keine politischen Entscheidungen, damit jeder Haushalt diesen enormen Nutzen schöpfen kann. Die Politik soll ja gerade nicht in die Freiheit des Einzelnen hineinregieren. Wir sind nun an dem Punkt angelangt, wo jeder Einzelne gefragt ist, für sich die richtige Entscheidung zu treffen. Anders kommen wir nicht weiter.

Noch kann jeder Einzelne von uns viel dazu beitragen, die Klimaveränderungen und deren Auswirkungen zu begrenzen. Bald wird sich zeigen, ob die Menschen umdenken können und ihr eigenes Verhalten ändern werden.

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Dazu passt ein Erlebnis gestern: Ich war mit dem Fahrrad im Main-Taunus-Zentrum, wo eine »US Car Show« stattfinden sollte. Die Veranstaltung verband sich für mich mit der Hoffnung, ihr das eine odier andere Foto abzugewinnen, erwies sich fotografisch gesehen aber als Fehlanzeige.

Ein wenig armselig und lieblos zusammengeschustert, entsprechend wenig Publikum. Anstelle von interessanten Oldies nebst buntem Besuchergewimmel fanden sich nur ein paar aktuelle Modelle der üblichen »Muscle Cars« aus den Vereinigten Staaten (Challenger, Mustang, usw.) samt ihrer Besitzer, die auf einem abgeteilten Areal des Parkplatzes herumstanden, wo sich zeitweise noch ein einsamer Elvis-Imitator redlich mühte.

Ein 2025er Mustang, dessen Motorraum überquoll von ebenso hochgezüchteter wie gestriger Verbrennungsmotorentechnik, trug den Namen »Nite Lady«. Ein Auto namens »Nachtdame«? Hä? Für mich die erschreckendste Sichtung war ein Ram 1500 Crew Cab Long neuerer Bauart, Länge 6,14 Meter, Breite 2,08 Meter, Radstand 3,90 Meter, Wendekreis 14,84 Meter, Leergewicht 2,3 Tonnen, dessen sichtlich stolze Besitzerinnen ungefähr zehn Minuten und vier Parkflächen benötigten um ihr Vehikel halbwegs barrierefrei und gerade abzustellen. 

Wer dem Hersteller glauben möchte, redet sich ein, dass das Fahrzeug 15 Liter auf hundert Kilometer verbraucht und 352 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. Der Rest von uns möchte die wirklichen Werte des 395 PS Achtzylinders gar nicht wissen.

Dennoch zum Vergleich: Unser als Camper ausgebauter VW Transpporter, Länge 4,90 Meter, Breite 1,90 Meter, Radstand 3,00 Meter, Wendekreis 11,90 Meter, Leergewicht 2,5 Tonnen, 150 PS, verbraucht mit 7,5 Litern auf hundert Kilometer die Hälfte. Das macht ca. 171 g CO2 pro Kilometer.

Manche Menschen mit schwererem Fahrzeug kommen mit der Hälfte an PS, Zylindern und Verbrauch aus und trotzdem überallhin. Was von 6,14m Länge und 14,84m Wendekreis nicht gesagt werden kann. Wir hätten auf so mancher Gebirgsstraße irgendwo auf unseren Fahrten in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Spanien, Portugal, Italien, Frankreich, Kroatien, Slowenien oder Norwegen vermutlich einen Schwerlasthubschrauber oder das THW zur Rettung erfordert.

Herr, wirf Hirn vom Himmel. Wir sind hier doch nicht in Texas, Idaho oder Nebraska. Wozu benötigt man einen 6,14 Meter langen Pick-Up-Truck aus Amerika? Oder, wo wir gerade dabei sind, Wohnmobile mit 8,60m Länge und 5,4 Tonnen, die von zwei Personen genutzt werden?

Ich für meinen Teil war nicht gekommen, um solchem Irrsinn ein Publikum zu sein und schwang mich für den Rückweg angewidert auf mein Fahrrad. Diese »Car Show« war ein Gipfel von Ignoranz und Rücksichtslosigkeit gegenüber unserem gemeinsamen Lebensraum.

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Überhaupt nicht zu tun mit den vorgenannten Themen hat eine Aufnahme aus dem April letzten Jahres. Auch schon wieder mehr als ein Jahr zurückliegend und abermals einfach zum Teilen einer weiteren Fotografie aus dem Fundus begeleitet sie diesen Beitrag.

Das Bild entstand auf der Berger Straße bei einem Spaziergang durch die Stadt spontan vom Gesamteindruck, der sich in diesem Licht mit der farbenfrohen Auslage sowie der Ansicht ergab, die die Kinder im Kinderwagen abgeben, während die Mutter gedankenverloren in den Angeboten stöberte, bis hin zum ebenfalls irgendwie lebhaften Hintergrundgeschehen.

Dabei sind es gar nicht die einzelnen Elemente oder Personen für sich genommen, sondern stets der Gesamteindruck. Alltäglich und irgendwie doch nicht. Keine Ahnung, was es ist, aber derlei Szenerien ergeben für meinen Geschmack immer eine Aufnahme, die es wert ist, den Auslöser zu betätigen.

Bild:
Frankfurt, April 2025
Summicron-M 28, Kodak Portra 400
© Ulrich Hilger





 

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