12. März 2026
Wir konnten ja nicht wissen, dass ein Krieg mit Iran die Kraftstoffkosten dermaßen in die Höhe treiben würde, als wir im vergangenen Herbst unser E-Auto orderten. Dennoch haben wir seit dessen Auslieferung im Dezember schlagartig nur noch einen beobachtenden Blickwinkel auf die Entwicklung der Spritpreise und sind so gut wie gar nicht von diesen Wegelagerern der Öl-Abzocker betroffen.
Fast alle unsere Fahrten erfolgen seitdem elektrisch. Mit dem dieses Jahr früh einsetzenden schönen Wetter fahren wir auch wieder viel mit den Fahrrädern. Der Bulli wartet auf seinen nahenden nächsten Langstreckeneinsatz, der mit Blick auf die maßlose Profitgier der Ölkonzerne teuer werden wird. Das ist aber auch das letzte noch verbliebene Puzzleteil, das den Ölkonzernen von unserer Seite noch gelegentlich ein winziges bisschen Umsatz beschert. Früher oder später wird uns da auch noch etwas anderes einfallen.
Die Entlastung, die E-Auto und PV-Anlage bringen, lässt uns das jedenfalls sehr gelassen hinnehmen. Bekanntlich wird Rache am besten kalt serviert und im Hinblick auf die Ölkonzerne wissen wir für unseren Teil inzwischen, wie diese Rache für eine lebenslange Abzocke aussieht. Es wird uns ein Vergnügen sein, sehr bald unsere Abhängigkeit von jeglichen fossilen Brennstoffen Stück für Stück und ein für alle Mal ganz zu beenden.
Was uns auf diesem Weg fassungslos macht sind indes die Entscheidungen der Politik: Aus des Verbrenner-Aus, Mini-Kernkraftwerke in der EU, Verringerung der Förderung von PV-Anlagen, Auf- statt Abbau bürokratischer Hürden bei PV-Anlagen und Wärmepumpen. Verweigerung eines überfälligen Tempolimits. Und immer so weiter.
Während ich das schreibe, rauschen gerade 3 kW munter in den Batteriespeicher. Gutes Wetter macht es möglich, nachdem gestern dichte Wolken mit Ach und Krach ein Zehntel an Ertrag ergaben. Unsere Anlage ist eher klein, Leuten mit größerer Dachfläche entlockt das eher ein müdes Lächeln. Aber selbst an Schlechtwettertagen bleibt es faszinierend, wie auch bei wenig Licht das Solardach unverzagt Strom aus dem Himmel holt.
Um mal deutlich zu werden: Fuck Drill, Baby, Drill. Ich sage 100% Autarkie, Baby.
Die Autarkie wird nur noch während längerer Dunkelphasen unterbrochen, dann liefert einer der vielen Erzeuger nachhaltigen Stroms Energie ausschließlich aus Wind und Sonne, deren Aufwuchs auch die jetzige Regierung nicht vollständig zum Erliegen bringen wird. Der Füllstand der Gasspeicher, die Verträge mit Flüssiggas-Lieferanten oder das Maß an Ölreserven sind uns, excuse my language but read my lips: Scheiß-e-gal. Im Gegenteil: Diese hohen finanziellen Verpflichtungen müssen schleunigst beendet und in die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien und deren Speicherung geleitet werden.
Vielleicht könnten die Medien das auch endlich mal umstellen. Wir schalten die Nachrichten nicht ein, um irgendwelche Alarme zu Gasspeichern, Gasversorgung und Ölpreisen oder -reserven gemeldet zu bekommen. Das ist für uns nebensächlich. Und es ist uns auch vollkommen wurscht, wie viele Öltanker sich beidseits der Straße von Hormus versammeln. Wenn es nach uns geht, dürfen sie gern dort bleiben.
Die Abkehr von fossiler Energie ist nicht mehr aufzuhalten. Eine Perspektive, die begeistert. Angesichts dieser Erkenntnis die immer verzweifelter anmutenden Versuche des Festhaltens an fossilen Brennstoffen wahrzunehmen hat eine unvergleichliche Tragik und disqualifiziert alle Akteure, die dies weiter betreiben.
Bild:
Hirtshals, August 2024
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