19. März 2026
Die aktuelle Diskussion um Internet-Verbote für Minderjährige ist eine Bankrotterklärung der Verantwortlichen, die es versäumen, ihrer Pflicht zur Regelung nachzukommen. Das Argument, eine Regelung und Moderation sei in dem erforderlichen Ausmaß nicht möglich oder zu aufwendig zeigt lediglich, dass Plattformen wie z.B. Tik Tok oder Instagram rechtsfreie Räume sind.
Nicht den Nutzern muss das Internet verboten werden sondern derlei rechtsfreie Räume müssen mit geeigneten Regeln gezwungen werden, ihre Moderation auf 100% zu setzen.
Wobei dringend Troll-Kommentare ernsthaft, nachhaltig und vollständig ins Visier genommen werden müssen. Solche Kommentare sind einfach zu erkennen, vorausgesetzt, die Moderation ist ein geschulter Mensch.
Ein Troll bezieht sich meist auf eine einfache und grundlegende Frage, dies aber auf eine besonders umständliche, langatmige und ahnungslose Weise. (Wikipedia)
Klingt harmlos. Aber man möge einmal versuchen, während einer Diskussion Massen dieser Trolle in der gebotenen Form zu begegnen. Es ist nicht möglich, wenn nicht auch alle »normalen« Diskussionsteilnehmer massiv dagegenhalten, was so gut wie nie geschieht. Die meisten wenden sich ab, die Trolle gewinnen. Inzwischen nicht mehr nur als lästige Plage sondern auch und besonders bei ernstzunehmender Meinungsbildung.
Troll-Kommentare müssen zur Sperre der Herkunftsaccounts führen. Natürlich ergibt das nur Sinn, wenn es für jedes Benutzerkonto eine Identitätsprüfung gibt, z.B. Postident o.ä., damit nach einer Sperre nicht einfach neue Benutzerkonten eröffnet werden können. Darüber hinaus sollte über Strafen für das Trollen nachgedacht werden.
Internet-Trolle sind eine Plage unserer Zeit und bislang nahezu vollkommen unter dem Radar all jener, die ein Interesse daran haben müssten, dass die öffentliche Meinung nicht entgleist. Freilich sind sich alle einig, dass Trollen Einhalt geboten werden muss, es tut nur keiner. Dahinter stecken zum Teil auch Interessen der Plattformbetreiber, die sich über massive Klicks und Werbeeinnahmen freuen, wenn sich von Trollen angeheizte Diskussionen ergeben.
Solange Plattformen wie z.B. X, Bluesky, flickr, Instagram, Tik Tok und viele, viele mehr, aber auch Diskussinsforen wie heise Online oder Tagesschau.de existieren, die nicht nach den Prinzipien 100% Moderation und Klarnamenpflicht handeln ist für mich dort kein Platz. Ich fordere, alle Plattformen dichtzumachen, die diese Praxis nicht umsetzen.
Jungen Menschen pauschal eine fortschrittliche, segensreiche Kommunikationstechnologie zu verbieten ist der vollkommen falsche Ansatz. Es muss das Grundübel bekämpft werden, das ansonsten wie Unkraut immer weiter um sich greift und unsere Debattenkultur nachhaltig vergiftet und erstickt.
Jenen, die meinen, das sei nicht möglich sei gesagt: Geht nicht gibts nicht. Es ist allerhöchste Zeit.
Da kann ich Dir nur teilweise Recht geben. Wir sehen es als erwiesen an, das Kinder unter 10 Jahren nicht eigenverantwortlich am Straßenverkehr teilnehmen können, weil sie nicht in der Lage sind, sich lang genug zu konzentrieren um alles richtig zu machen- also sich selbst nicht zu gefährden. Deshalb dürfen sie auf dem Gehweg fahren.
Wer heute in der Grundschule kein Handy hat, ist Außenseiter... Ich denke Altersgrenze ja, aber nicht bis sie halb Erwachsen sind. Da könnte man sich an der "Radfahrerei" orientieren. Ich habe das bei meiner jüngsten Tochter gesehen. Sie ist mittlerweile 21 und war auch voll im Trend. zu Ihrem 9ten gab es ein kleines smartes (siehe hier). Selbst sie sagt: "war eigentlich nicht gut, man ist viel zu viel mit dem Ding unterwegs"
Und damals gab es kein TikTok etc. Modrationspflicht klingt gut, aber, das würde Kosten verursachen- und dann werden viele dieser Plattformen verschwinden.
Ist nicht ganz einfch, das Thema...
Man sollte durchaus ein Auge darauf haben, dass die Bildschirmzeit begrenzt bleibt. Ich mag nur die Idee des gesetzlichen Verbots nicht. Mir ist wichtiger, den Trollen entgegenzutreten. Wenn Plattformen im Zuge dessen verschwinden, wäre das für mich ein Zeichen dafür, dass deren Kosten/Nutzen-Verhältnis nicht stimmt. Im Augenblick scheint mir jedenfalls, dass ein massiver Teil der Kosten, die eigentlich die Plattformen tragen müssten, heute bei der Allgemeinheit liegen. Kosten, die es nicht gäbe, wenn es diese Plattformen nicht gäbe.
Copyright © Ulrich Hilger, alle Rechte vorbehalten.