10. Februar 2026
Ein weiteres, vermutlich das arbeitsaufwendigste, Kapitel in unserem Projekt der persönlichen Energiewende kam heute zum Abschluss. Die »Aufdachmontage« der Solaranlage wurde durchgeführt, Handwerker haben Wechselrichter, Speicher und andere Elektrogeräte im Hausanschlußraum verbaut, Leitungen gezogen und - am meisten Arbeit - die Solarpaneele auf das Dach verbracht und dort montiert.
Es muss zwar noch der Elektriker kommen und alles zusammenpuzzlen, was noch einen weiteren Tag dauert, aber im Grunde ist der größte Happen gegessen.
Ein guter Anlaß, einmal den Beteuerungen zu weniger Bürokratie auf den Zahn zu fühlen.
Drei Handwerker haben zwei Tage lang ununterbrochen anstrengendst daran gearbeitet, das Solardach aufzubauen und fachmännisch mit den anderen erforderlichen Geräten zu verkabeln. Ich hätte gedacht, dass dieser Schritt länger dauert, aber die Kollegen sagten, dass sie oft sogar alles an einem Tag fertigbekommen, wenn nicht krankheitsbedingt jemand fehlt. Ich habe deren Arbeiten live und in Farbe miterlebt und finde zwei Tage dafür erstaunlich.
Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass der Verteilnetzbetreiber eine Fertigmeldung bekommt, wenn der Elektriker da war und ab da sage und schreibe vier Wochen benötigt, um die »Fertigstellung zu bearbeiten«. Was immer das heißt, es ist ein reiner Verwaltungsakt.
Hier müssen nicht kiloschwere, riesige Sonnenkollektoren hoch oben auf ein Dach gehievt und dort angebaut werden. Eigentlich muss gar nichts weiter gemacht werden. Was immer es ist, was da getan wird, es ist nur ein Verwaltungsakt und könnte von einer Maschine in Sekundenbruchteilen sofort erledigt werden. Aber es dauert vier Wochen.
So etwas macht mich sprachlos.
Wie dem auch sei, es schmälert kaum die Freude über baldiges selbst Erzeugen von Strom.
Bild:
Mainz, März 2024
Lomography 800, Summicron-M 28
© Ulrich Hilger
Copyright © Ulrich Hilger, alle Rechte vorbehalten.