Brückenschlag

5. März 2024

 

foto Die Sache muss ja erst noch weiter aufgeklärt werden und am Ende wird dann wie bei den vielen anderen Aufreger-Themen einfach im Sande verlaufen, was genau passierte. Mit den Worten von Thomas De Maizière: Teile der Antwort würden die Bevölkerung verunsichern.

Deshalb hier schon einmal der Hinweis: Die allermeisten Hacking-Ereignisse sind nicht bravourösem und mysteriösem Hacker-Zauber zu verdanken. Häufiger sind Fehlverhalten, Nachlässigkeit oder mangelnde Schulung die Ansatzpunkte, die sich Angreifer zunutze machen. Es könnte also sein, dass in puncto Kommunikation und Datensicherheit noch Nachsitzen notwendig wird.

Jenseits dieser Debatte wollen wir aber das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren: Die Ukraine ist ein souveräner Staat, dessen Halbinsel Krim im Jahr 2014 von Russland völkerrechtswidrig annektiert wurde. Die Ukraine und die internationale Gemeinschaft, mit Ausnahme von Belarus, Kuba, Nicaragua, Nordkorea, Syrien und Venezuela, betrachten die Krim weiterhin als Bestandteil des ukrainischen Staatsgebiets, manifestiert beispielsweise in der UN-Resolution 68/262.

Dass die Ukraine keine Brücke von Russland aus auf die Krim haben möchte, hat das Land mit der erfolgreichen Sprengung der Brücke schon selbst unmissverständlich deutlich gemacht. Anfang April 2023 gab der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine einen zwölf Punkte umfassenden Deokkupationsplan für die Krim bekannt, der unter anderem vorsieht, die Brücke abzureißen und nach der Annexion der Krim zugezogene Russen auszuweisen.

Der Kreml meint unterdessen laut Herrn Peskov, der Gesprächsmitschnitt zeige die "direkte Verwicklung" des Westens im "Konflikt" in der Ukraine. Richtig ist, dass der Westen die Ukraine unterstützt, sich gegen einen Angriffskrieg Russlands zur Wehr zu setzen. Aber es ist schon klar, dass Russland ein Gespräch belauschen muss, um davon zu erfahren: Westliche Medien zu konsumieren, die das tagtäglich melden, ist ja in Russland nicht gern gesehen.

Die anscheinend im russischen Staatsfernsehen ausgestrahlte abgehörte Fachsimpelei deutscher Soldaten zeigt, wie ins russiche Staatsfernsehen zu gelangen ist. Trotz aller Versuche Russlands, die Bevölkerung gegen westliche Einflüsse abzuschirmen. Nun müssen wir nur noch ein kleinwenig an den Botschaften arbeiten, die auf diese Weise in der russischen Bevölkerung verbreitet werden.





 

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