Fotogeflüster

13. Juli 2023

 

foto Die vielen Corona-Auflagen haben ziemlich deutliche Spuren hinterlassen. Unterwegs in der Öffentlichkeit fühlt sich erst dieser Sommer wieder halbwegs so an wie vor Corona.

Obwohl auch jetzt noch Veränderungen geblieben oder entstanden sind. Etwa auf dem Höchster Schloßfest neulich: Ich weiß nicht, welche Gründe es genau hatte, aber es waren nicht annähernd so viele verschiedene Angebote für Besucher dort wie in den Jahren vor Corona. Mit dem veränderten und verringerten Angebot waren auch andere Besucher dort und die ganze Veranstaltung eigentlich nicht mehr dieselbe.

Wie auch immer, vielleicht sollte auch nicht zu viel in alles hineininterpretiert werden und vielleicht ist es auch der eigene Blick auf die Dinge, der sich manchmal mit der Zeit verändert.

Es ist auf jeden Fall eine Freude, draußen auch wieder viele Zeitgenossen anzutreffen und zu sehen, dass alles wieder seinen gewohnten Gang geht. Zum Beispiel bei der Mainzer Johannisnacht im Juni oder ganz allgemein bei Besuchen in der Stadt. Und auch das Wetter spielt mit, was also will man mehr.

Themenwechsel: Kürzlich war zu lesen, dass die Chemikalien zur Entwicklung von Diafilmen knapp werden. Das wird wohl bald dazu führen, dass Diafilme aus dem Handel ganz verschwinden. Gepaart mit dem ebenso leisen wie langen Rückzug von Fujifilm aus dem Geschäft mehrt dies die Hoffnung, die jüngsten Bemühungen von anderen Herstellern wie Orwo oder Adox vermögen das auszugleichen.

Die Liste von Filmen, die unbedingt mal ausprobiert werden wollen, wächst stetig: Nach Adox Color Mission, der seit seinem Erscheinen noch immer kaum zu ergattern ist, sind inzwischen auch Wolfen NC500 und Lomography 800 auf der Liste gelandet. Nur der Lomo ist im Augenblick erhältlich. Cinestill 50 indes konnte nicht so begeistern, aber auch hier steht noch aus, einmal eine weniger auf die Schatten betonte Belichtung auszuprobieren.

Wir sehen: Es gibt viel zu tun.

Der Blick auf die Ergebnisse wirft auch weiter die Frage auf, wie diese mit digitalen Mitteln zu erzielen wären. Der Eindruck bleibt: Es geht immernoch nicht. Obwohl unablässig neue digitale Kameramodelle auf den Markt kommen, lassen Digitalaufnahmen weiterhin richtige Kontraste vermissen, haben in den Schatten häufig zu wenig Zeichnung und zeigen seltsame Farben.

Im Interesse des Weiterbestehens von Film ist wohl sogar zu wünschen, dass das so bleibt. Anderenfalls entfielen einige Argumente für die Fotografie auf Film und die oben beschriebene Erosion des Angebots beschleunigte sich noch.

Was gibt es sonst noch? Die flickr App hat zuletzt noch schlechter funktioniert als ohnehin schon. Die Aktivitäten werden nicht mehr dargestellt, woraufhin ich die App kurzerhand vom Handy gelöscht habe. Ich hatte noch keine Lust, die App erneut zu installieren, gelegentliche Besuche auf flickr erfolgen also nur noch mit dem Browser.

Und: Wem sagen diese Namen etwas? Gregory Halpern, Nanna Heitmann, Lua Ribeira, Rafal Milach. Richtig! Das sind neue Mitglieder von Magnum Photos, Gratulation. Ich muss leider sagen, dass die neuesten Dinge bei Magnum mich nicht mehr so ansprechen oder mitnehmen. Natürlich liegt auch das vollkommen an mir, die Ausrichtung bei Magnum sei ihnen freilich unbenommen. Ist aber so.

Jetzt ist aber genug geschrieben, es wird Zeit, auch selbst mal wieder etwas vor die Linse zu bekommen.





 

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