Minimal

11. August 2021

 

foto Im letzten Beitrag klang schon an: Die Unterhaltung eines eigenen Webauftritts erscheint aufwendig. Richtig ist: Es kostet Zeit. Aber mit Reinhard Mey gesprochen: Dafür ist die Freiheit grenzenlos. Und bei näherem Hinsehen ist die Einstiegshürde gar nicht so groß.

Mikroserver

Für die nächste Zeit habe ich zum Beispiel den Betrieb gerade auf die minimale Variante umgestellt, die hier auf der Fotografie zu sehen ist: Eine SSD an einem Raspberry Pi älteren Datums, Pi 2 Model B Rev 1.1 von 2015. Was man hier liest und alles, was zur Zeit über uhilger.de zugänglich ist, kommt von da.

Ein solcher Server benötigt gerade einmal 6 Watt. 

Noch ein Pluspunkt: Viele Rechner müssen von Hand eingeschaltet werden, damit sie hochfahren. Ist man den Tag über unterwegs kann schon ein Stromausfall von wenigen Minuten bewirken, dass der Server den ganzen Tag aus bleibt, bis man es irgendwann bemerkt und den Rechner wieder einschaltet. Der Raspberry startet dagegen sofort, wenn er wieder Strom bekommt.

Der Weg in Internet

Der Weg zum selbstbestimmten Web-Auftritt führt über eine eigene Domain. Diese muss bei einem Webhoster geordert werden. Anschließend noch ein Konto bei einem der vielen Anbieter für Dynamic DNS eröffnen und schon kann im heimischen Router das dynamische DNS aktiviert und auf diesen Anbieter eingestellt werden.

Der URL vom Anbieter für dynamisches DNS wird im DNS-Eintrag des Webhosters hinterlegt. Zuguterletzt werden im Router Weiterleitungen für die Ports 80 (HTTP) und 443 (HTTPS) auf den Raspberry Pi eingerichtet. So ist auch bei wechselnder IP-Adresse des DSL-Anschlusses der eigene Server stets über die eigene Domain erreichbar.

Webserver

Natürlich muss hinter dem Router auch ein Server laufen und hier kommt der Aufbau im Bild ins Spiel.

Wie ein Raspberry Pi aufgesetzt wird beschreibt der Beitrag Inbetriebnahme eines Raspberry Pi. Die Dokumentation beschreibt zudem den Anschluss eines Datenträgers. Zur Erreichbarkeit im Internet fehlt jetzt noch die Installation eines Webservers wie beispielsweise lighttpd. Auf der Kommandozeile des Raspberry Pi reicht dazu ein einzelnes Kommando:

sudo apt install lighttpd

Schon ist der Raspberry Pi im Internet erreichbar. Freilich folgen ab hier noch einige Konfigurationsschritte wie beispielsweise die Beschaffung und Installation eines Zertifikats, das Einschalten von verschlüsseltem HTTP oder das Aktivieren der Reverse-Proxy-Funktion zu weiteren Web Apps.

Selbsbestimmt

Der Vorteil eines solchen Betriebs ist, dass diese individuelle Konfiguration dann Teil der eingangs erwähnten Freiheit ist, die mit den wenigen hier beschriebenen Schritten gewonnen wird.

Sehr viele Anwendungen kommen mit wenig Hardware aus, so dass der Betrieb einer eigenen Präsenz nicht teuer sein muss. Wichtig ist, dass mit überschaubarem Aufwand die Selbstbestimmtheit im Netz bewahrt werden kann.





 

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