Tango streamt Musik und Video über das Netz und stellt eine einfach verwendbare Bedienoberfläche zur Konfiguration und Steuerung bereit.

1. Übersicht

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Tango ist die App zum Abspielen von Audio und Video im Heimnetz. Zusammen mit einem oder mehreren Raspberry Pi und der App Calypso [1] ist im Handumdrehen eine allein per Handy steuerbare Mediazentrale einschließlich fernsteuerbarer Abspieler für das ganze Haus errichtet. Das folgende Schaubild zeigt das Zusammenspiel der Komponenten.

tango calypso
Abb. 1. Tango und Calypso im Zusammenspiel

Sowohl der Mediaserver als auch die Abspieler können jeweils auf einem Raspberry Pi [4] laufen.

2. Installation

Tango benötigt eine Java-Ablaufumgebung, das Java Development Kit (JDK). Deren Vorhandensein kann mit java -version überprüft werden. Folgende Schritte sind zur Installation nötig.

  1. Das JDK-Paket [3] installieren, falls es noch nicht vorhanden ist
    sudo apt-get install openjdk-11-jdk

  2. Die Datei tango.zip herunterladen

  3. Die Datei tango.zip an einen Ort der Wahl entpacken, z.B. nach /home/fred/prg/tango

Nun ist Tango bereit zum Start wie im nächsten Kapitel beschrieben.

Damit Tango bereits läuft, wenn der Rechner gestartet wurde, kann das Programm als Dienst eingerichtet werden.

Als Abspieler sollte zudem ein Raspberry Pi ausgestattet mit Calypso [1] bereit stehen.

3. Start

Tango wird als Programm gestartet, das auf HTTP-Steuerbefehle lauscht und diese ausführt. Wurde Tango z.B. im Ordner /home/fred/prg/tango installiert, wird das Programm wie folgt gestartet.

Kommandos zum Start von Tango
cd /home/fred/prg/tango
java -Djava.util.logging.config.file="./logging.properties" -jar tango.jar port=9292 ctx="/tango" www-data="./www" conf="./conf"

Mit Aufruf der Bedienoberfläche kann überprüft werden, ob der Start gelang. Nach dem ersten Start muss Tango zunächst für die lokalen Gegebenheiten konfiguriert werden.

3.1. Startparameter

Folgende Einstellungen für Tango werden über Parameter beim Start angegeben.

Konfiguration zur Protokollierung

Die Datei logging.properties regelt, welche Information Tango während der Ausführung ausgibt und wohin die Ausgabe erfolgt. Der Ablageort und Name der Konfigurationsdatei für die Protokollierung wird mit dem Parameter -Djava.util.logging.config.file angegeben.

Port

Über den Parameter port wird die Nummer des Ports angegeben, über den Tango erreichbar ist.

Kontext

Mit dem Parameter ctx wird angegeben, wie der Kontext lautet, unter dem Tango aufrufbar ist.

Ablageort der Bedienoberfläche

Der Parameter www-data bezeichnet den Ablageort, an dem die Bedienoberfläche von Tango gespeichert ist.

Ablageort für Konfigurationsdaten

Mit dem Parameter conf wird der Ablageort angegeben, an dem Tango seine Konfiguration speichert.

4. Bedienoberfläche

Mit Aufruf des folgenden Uniform Resource Locators (URL) in einem Browser wird die Bedienoberfläche von Tango aufgerufen. Im Beispiel wird angenommen, dass der Rechner, auf dem Tango gestartet wurde, unter dem Namen mein-media-server im Netz erreichbar ist.

URL zum Aufruf der Bedienoberfläche von Tango
http://mein-media-server:9292/tango/

Mit erfolgreichem Start erscheinen die im Folgenden beschriebenen Bedienelemente. Nach dem ersten Start muss Tango zunächst für die lokalen Gegebenheiten konfiguriert werden.

4.1. Nutzung als App

Auf dem Handy, etwa dem iPhone mit Safari-Browser, wird nach Aufruf im Browser einfach "Zum Home-Bildschirm" gewählt. Mit Android-Handys klappt das ebenfalls.

Tango kann dann wie jede ('native') App direkt mit ihrem Programmsymbol vom Home-Bildschirm aus gestartet werden und läuft wie jede andere App, also ohne die vom Browser her üblichen Elemente wie Adressleiste im Kopf oder Browser-Schaltflächen unten am Bildschirm.

4.2. Bedienelemente

Die Bedienoberfläche von Tango besteht aus folgenden Elementen.

tango kopf
  1. Kopfzeile mit Menü und Sondertasten

  2. Anzeigebereich

  3. Symbolleiste am unteren Rand

tango symbole col

4.2.1. Menü

tango hauptmenue

Über das Hamburger-Piktogramm oben links wird das Menü von Tango auf der linken Seite eingeblendet.

Über das Hauptmenü sind die unterschiedlichen Bereiche von Tango sowie das Untermenü für die Konfiguration aufrufbar. Zum Aufruf eines Bereiches wird dieser im Menü angeklickt oder angetippt.

Antippen oder Anklicken des 'X' oben links bei eingeblendetem Menü schließt das Menü.

4.2.2. Symbolleiste

Die Symbolleiste am unteren Bildschirmrand macht alle wesentlichen Funktionen von Tango zugänglich. Sie ist in drei Bereiche unterteilt:

Abspieler-Steuerung

Die Abspieler-Steuerung enthält die Auswahlliste der Abspieler sowie von links nach rechts die Funktionen Abspielen, Pause/Weiter, Stopp, weiterspielen und hier abspielen.

tango strg abspieler
Abb. 2. die Abspieler-Steuerung

Die Schaltflächen der Abspieler-Steuerung wirken stets auf den gerade gewählten Abspieler. Ist beispielsweise gerade die Liste mit Media-Inhalten dargestellt und ein Titel ausgewählt, wird mit Betätigen der Schaltfläche Abspielen dieser Titel auf dem gerade gewählten Abspieler abgespielt.

Ist hingegen gerade eine Abspielliste dargestellt, wird mit Betätigen der Schaltfläche Abspielen diese Abspielliste auf dem gerade gewählten Abspieler abgespielt.

Listen-Steuerung

Die Aufklapp-Liste der Listen-Steuerung erlaubt die Auswahl der gewünschten Abspielliste. Mit den Schaltflächen kann ein aktuell ausgewählter Titel der aktuell ausgewählten Abspielliste hinzugefügt (Pfeil) oder aus ihr entfernt (x) werden. Die Schaltfläche mit der Mülltonne dient dazu, die aktuelle Abspielliste zu leeren.

tango strg listen
Abb. 3. die Listen-Steuerung
Steuerung des Anzeigebereiches

Über die Schaltflächen für die Anzeigebereiche von Tango lassen sich von links nach rechts die Bereiche Media-Inhalte, Abspielliste, Livestreams sowie Ein- und Ausschalten von Geräten erreichen.

tango strg bereiche
Abb. 4. die Anzeigebereiche

Mit Betätigen der Schaltflächen für die Anzeigebereiche wird jeweils der gewählte Bereich dargestellt.

5. Konfiguration

Für die Benutzung von Tango muss das Programm an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden. Diese Konfiguration erfolgt über das Menü mit Hauptmenue  Konfiguration. Das Konfigurations-Menü zeigt die folgenden Bereiche:

tango menue konf
Kataloge

Hier werden die Ablageorte für Audio- und Videodateien angegeben

Abspieler

Unter Abspieler können Raspberry Pis angegeben werden, die mit Calypso [1] ausgestattet und damit für Tango als Abspieler erreich- und steuerbar sind.

Abspiellisten

Unter Abspiellisten kann eine beliebige Anzahl von Abspiellisten benannt werden. Unter den hier angegebenen Namen sind die Listen dann zur Anordnung von Titeln zum Abspielen verfügbar.

Livestreams

Hier können die URLs von Fernseh- und Radiosendern hinterlegt werden. Die Streams so hinterlegter Sender können dann über die in Tango eingerichteten Abspieler angesehen oder angehört werden.

Geräte

Geräte, die an eine schaltbare Steckdose [2] angeschlossen sind, lassen sich hier angeben. So eingetragene Geräte können über die Bedienoberfläche von Tango ein- und ausgeschaltet werden.

Einstellungen

Schlüssel/Wert-Paare für Parameter, deren Angabe Tango zur Ausführung benötigt.

5.1. Katalog

Zur Anlage eines Ablageortes für Audio- und Videodateien in Tango wird Hauptmenue  Konfiguration  Katalog im Menü gewählt und anschließend die Schaltfläche mit dem Dokumentsymbol oben rechts betätigt. Es erscheint das Formular zur Anlage eines neuen Katalogs.

tango katalog neu
Abb. 5. Formular zur Anlage eines neuen Katalogs

Der Name des neuen Katalogs muss eindeutig sein. Es darf in dieser Instanz von Tango nicht schon ein Katalog dieses Namens angelegt sein.

Unter Pfad wird ein Ablageort eingetragen, unter dem im Dateisystem Audio- und Videodateien gespeichert sind, z.B. /mnt/extssd/media-daten. Die Namen von Ordnern und Dateien eines Kataloges sollten keine Leer- oder Sonderzeichen enthalten, also am besten nur A-Z, a-z, 0-9 oder den Bindestrich enthalten. Mehr dazu im Kapitel Organisation von Mediadaten.

Das Feld URL nimmt den Teil des URL auf, unter dem über Tango die Inhalte per Streaming zugänglich sein sollen. Wird etwa die Angabe /media als URL eingetragen, wird der Inhalt des Ablageortes über diesen Endpunkt gestreamt. Ist beispielsweise im Dateisystem eine Videodatei

/mnt/extssd/media-daten/Filme/M/die-sendung-mit-der-maus.mp4

hinterlegt, würde diese über den folgenden URL zugänglich.

http://mein-media-server:9292/tango/media/Filme/M/die-sendung-mit-der-maus.mp4

Auf diese Weise angelegte Kataloge werden von Tango in der Ansicht der Media-Inhalte zum Durchblättern und zur Titel-Auswahl angezeigt.

5.2. Abspieler

Tango ist zur Steuerung von Raspberry Pis über das Netzwerk vorgesehen. Ein Raspberry Pi wird zu diesem Zweck mit dem Programm Calypso [1] ausgestattet und z.B. via WLAN an das Netzwerk angeschlossen. Ein so zum Abspielen im Netz verfügbarer Raspberry Pi wird Tango über die Konfiguration bekannt gemacht.

Zur Anlage eines Abspielers in Tango wird Hauptmenue  Konfiguration  Abspieler im Menü gewählt und anschließend die Schaltfläche mit dem Dokumentsymbol oben rechts betätigt. Es erscheint das Formular zur Anlage eines neuen Abspielers.

tango abspieler neu
Abb. 6. Formular zur Anlage eines neuen Abspielers

Ist beispielsweise ein Raspberry Pi im heimischen Wohnzimmer an Fernseher und Stereoanlage angeschlossen und mit Calypso ausgestattet, ist das Gerät für Tango etwa mit dem folgenden URL erreichbar.

http://192.168.178.59:9090/calypso/

Wird obiger URL im entsprechenden Feld des Abspieler-Formulars zusammen mit dem Namen Wohnz gespeichert, wird dieser Abspieler von Tango in der Liste der Abspieler als Abspielziel namens Wohnz geführt. Steuerbefehle werden von Tango über HTTP an diesen Abspieler gesendet, wenn er als Abspieler ausgewählt ist.

5.3. Abspielliste

Abspiellisten dienen als Sammelstelle für Titel, die in der entsprechenden individuellen Reihenfolge nacheinander abgespielt werden sollen. Mit Tango lassen sich beliebige Abspiellisten anlegen und jeweils mit einem Namen benennen, z.B. 'Dance', Groove', 'Moody', usw.

Zur Anlage einer Abspielliste in Tango wird Hauptmenue  Konfiguration  Abspielliste im Menü gewählt und anschließend die Schaltfläche mit dem Dokumentsymbol oben rechts betätigt. Es erscheint das Formular zur Anlage einer neuen Abspielliste.

tango abspielliste neu
Abb. 7. Formular zur Anlage einer neuen Abspielliste

Der Name muss eindeutig sein. Es darf in dieser Instanz von Tango noch keine Abspielliste dieses Namens bestehen. Eine so benannte Abspielliste erscheint dann in der Auswahlliste für Abspiellisten der Symbolleiste. Die dort gerade gewählte Abspielliste dient als Ziel für neu hinzugefügte Titel. Titel der gerade gewählten Abspielliste werden beim Abspielen dem gewählten Abspieler von Tango nacheinander übermittelt.

5.4. Livestream

Mit Tango können beliebige Livestreams angehört oder angesehen werden. Ein Livestream muss dazu nur mit seinem URL in der Konfiguration angelegt sein.

Zur Anlage eines Livestreams in Tango wird Hauptmenue  Konfiguration  Livestream im Menü gewählt und anschließend die Schaltfläche mit dem Dokumentsymbol oben rechts betätigt. Es erscheint das Formular zur Anlage eines neuen Livestreams.

tango livestream neu
Abb. 8. Formular zur Anlage eines neuen Livestreams

Soll beispielsweise der Radiosender HR3 angehört werden, wird unter dem Namen HR3 der URL

http://hr-hr3-live.cast.addradio.de/hr/hr3/live/mp3/128/stream.mp3

ins Formular eingetragen. Der Livestream erscheint dann unter HR3 in der Liste bekannter Livestreams von Tango. Der Radiosender kann so auf allen Abspielern angehört werden.

5.5. Gerät

Sind Geräte wie zum Beispiel ein Raspberry Pi an eine schaltbare Steckdose [2] angeschlossen, können sie über Tango ein- und ausgeschaltet werden. Dazu wird das Gerät in der Konfiguration von Tango eingetragen.

Zur Anlage eines Gerätes in Tango wird Hauptmenue  Konfiguration  Geraete im Menü gewählt und anschließend die Schaltfläche mit dem Dokumentsymbol oben rechts betätigt. Es erscheint das Formular zur Anlage eines neuen Geräts.

tango geraet neu
Abb. 9. Formular zur Anlage eines neuen Geräts

In die Felder für das Ein- und Ausschalten sowie die Statusabfrage wird jeweils der URL für die schaltbare Steckdose eingetragen. Angenommen ein Raspberry Pi ist an eine Steckdose des Typs Shelly Plug S [2] angeschlossen und die Steckdose ist im Netz über die IP-Adresse 192.168.178.64 erreichbar. Dann lauten die URLs zum Schalten wie folgt:

Einschalten

http://192.168.178.64/relay/0?turn=on

Ausschalten

http://192.168.178.64/relay/0?turn=off

Status

http://192.168.178.64/relay/0

Ein so über die Konfiguration von Tango erfasstes Gerät lässt sich über die Ansicht zum Ein- und Ausschalten von Tango bedienen.

5.6. Einstellungen

Neben den bereits erwähnten Konfigurationen werden weitere Parameter als Schlüssel-/Wert-Paare für Tango angegeben. Die folgenden Parameter werden auf diese Weise konfiguriert:

Audio-Erweiterungen

Über den Parameter audioexts werden Tango die Dateierweiterungen von Audiodateien als mit Komma getrennte Liste bekanntgegeben. Tango erkennt damit solche Dateien als Audiodatei und kennzeichnet sie mit einem Notensymbol in der Media-Übersicht. Standardmäßig ist hier mp3 angegeben.

Video-Erweiterungen

Über den Parameter videoexts werden Tango die Dateierweiterungen von Videodateien als mit Komma getrennte Liste bekanntgegeben. Tango erkennt damit solche Dateien als Videodatei und kennzeichnet sie mit einem Filmsymbol in der Media-Übersicht. Standardmäßig ist hier mp4,m4v angegeben.

Abspiel-Parameter

Über den Parameter playerparams werden die Parameter hinterlegt, die Tango an einen Abspieler übermittelt. Standardmäßig ist hier ?th=1&ti=10&o=local&log=true&titel= angegeben. Der Ausdruck kann beliebig geändert werden, muss aber stets mit &titel= enden.

Server-URL

Der Parameter host gibt den URL an, unter dem der von Tango bereitgestellte Media-Server erreichbar ist. Standardmäßig ist hier http://mein-media-server:9292/tango angegeben. Dieser Parameter muss auf den Host-Namen oder die IP-Adresse geändert werden, unter dem der Rechner erreichbar ist, auf dem Tango installiert ist.

Die oben angegebenen Werte sind mit Installation von Tango bereits voreingestellt.

Zur Änderung einer Einstellung in Tango wird Hauptmenue  Konfiguration  Einstellungen im Menü gewählt. Es erscheint die Liste der Einstellungen. Mit Anklicken oder Antippen einer Einstellung in der Liste erscheint das Formular zur Änderung der Einstellung.

tango einstellung host
Abb. 10. Formular zur Änderung einer Einstellung

5.7. Konfiguration sichern

Um die hier beschriebenen Einstellungen im Falle einer Störung nicht zu verlieren, sollte der Konfigurations-Ordner von Tango an einen sicheren Ort kopiert werden. Der Konfigurationsordner heißt conf und liegt in dem Ordner, in den Tango installiert wurde.

5.8. Konfiguration verschieben

Betriebsszenarien sehen gelegentlich die getrennte Ablage von Programmen und deren Konfiguration vor. Der Ordner conf kann an einen beliebigen Ort ausserhalb des Programmverzeichnisses von Tango verschoben werden. So kann auch mit der Datei logging.properties verfahren werden. Der neue Ablageort muss beim Start von Tango über die Parameter conf und -Djava.util.logging.config.file angegeben werden.

6. Bedienung

Die Bedienung von Tango geschieht über dessen Bedienoberfläche im Browser. Tango kann so von überallher fernbedient werden, zum Beispiel mit einem Handy.

6.1. Titelauswahl

Mit Auswahl von Hauptmenue  Kataloge oder Betätigen der Schaltfläche mit dem Filmsymbol erscheint die Liste mit Katalogen. Antippen oder Anklicken von Einträgen zeigt jeweils den Inhalt des gewählten Elements und erlaubt so das Durchblättern der Ablageorte für Musik und Video.

Antippen oder Anklicken eines Musik- oder Filmtitels wählt diesen aus. Erneutes Antippen oder Anklicken fügt den Titel der aktuellen Abspielliste hinzu.

Die Pfaddarstellung am oberen Rand ('Breadcrumb') erlaubt das zügige Überspringen von Pfaden und mithin ein schnelleres Navigieren.

6.2. Livestream auswählen

Mit Auswahl von Hauptmenue  Live oder Betätigen der Schaltfläche mit dem Antennensymbol erscheint die Liste der Livestreams. Ein dort aufgeführter Fernseh- oder Radiosender wird mit Antippen oder Anklicken zum Abspielen ausgewählt.

6.3. Abspielen

Ist in der Katalogansicht ein einzelner Musik- oder Videotitel oder in der Liste mit Livestreams ein Stream ausgewählt, wird das ausgewählte Element mit Betätigen der Abspieltaste auf dem aktuell gewählten Abspieler abgespielt.

6.3.1. Abspielliste abspielen

Zum Abspielen einer Abspielliste muss diese mit Auswahl von Hauptmenue  Abspielliste oder der Schaltfläche mit dem Notensymbol zunächst aufgerufen werden. Nötigenfalls muss noch mit Hilfe der Auswahlliste für Abspiellisten am unteren Rand die passende Liste aktiviert werden.

Wird die gewünschte Abspielliste dargestellt, kann sie mit Betätigen der Abspieltaste auf dem aktuell gewählten Abspieler abgespielt werden.

Während eine Abspielliste abgespielt wird, kann in den Katalog zurückgewechselt werden. Von dort lassen sich der Abspielliste weitere Titel hinzufügen. Ist derweil ein Titel aus der Abspielliste zuende steuert Tango den Wechsel zum nächsten Titel im Hintergrund selbsttätig.

Noch nicht gespielte Titel können aus der gerade abgespielten Abspielliste entfernt werden. Lediglich bereits gespielte Titel sollten nicht aus der Liste entfernt werden, während noch Titel aus der Liste gespielt werden, weil dadurch die Reihenfolge durcheinanderkommt und bestimmte Einträge übersprungen werden könnten.

6.4. Pause/Weiter

Während ein Titel oder eine Abspielliste abgespielt werden kann jederzeit die Pause-Taste zur Unterbrechung betätigt werden. Erneutes Betätigen der Schaltfläche setzt den Abspielvorgang fort. Das Pausenkommando und jenes zum Weiterspielen wirkt stets auf den aktuell gewählten Abspieler.

6.5. Stoppen

Betätigen der Stopp-Taste beendet den Abspielvorgang des aktuellen Abspielers.

6.6. Weiterspielen

Wurde das Abspielen mit der Stopp-Taste beendet oder bricht der Abspielvorgang unerwartet ab, wie es z.B. bei vorübergehenden Störungen der Netzverbindung passieren kann, lässt sich mit der Schaltfläche 'Weiterspielen' der Abspielvorgang an der Stelle fortsetzen, an der die Unterbrechung passierte.

Das Weiterspielen funktioniert nur, wenn das Abspielen mit eingeschalteter Protokollfunktion durchgeführt wird. Dazu muss auf der Seite das Abspielers in Calypso die Protokollfunktion aktiviert sein und im Parameter playerparams von Tango die Option log=true angegeben sein.

Die Wiederaufnahme mit der Schaltfläche Weiterspielen nach Stopp oder Abbruch funktioniert nicht für Abspiellisten.

6.7. 'Hier spielen'

Die Schaltfläche mit dem Tablet-Symbol löst das Abspielen des aktuell gewählten Titels oder Livestreams auf dem Gerät aus, das zur Bedienung von Tango verwendet wird. Ist das Gerät zum Abspielen von Musik oder Video via HTTP-Streaming geeignet, wird ein neues Fenster im Browser des Geräts geöffnet und der Inhalt abgespielt.

Die Bedienfunktionen von Tango sind für diesen Abspielvorgang dann ausser Funktion. Stattdessen wird der Abspielvorgang, also beispielsweise Pause/Weiter oder Stopp, über den Browser des Gerätes und dessen Bedienelemente gesteuert.

6.8. Geräte schalten

Mit Auswahl von Hauptmenue  Ein/Aus oder Betätigen der Schaltfläche mit dem Blitzsymbol erscheint die Liste von Geräten, die in Tango zum Ein- und Ausschalten konfiguriert wurden.

Die Liste zeigt den aktuellen Zustand jedes Gerätes. Antippen oder Anklicken des Schiebereglers schaltet das Gerät ein oder aus. Abhängig vom Gerät kann es ein Weilchen dauern, bis es nach dem Einschalten betriebsbereit ist.

6.9. Beenden

Tango wird mit Aufruf des folgenden URL beendet.

URL zum Beenden von Tango
http://mein-media-server:9292/tango/api/server/stop

Wurde Tango als Dienst gestartet, lautet das Kommando zum Beenden wie folgt.

Kommando zum Beenden des Tango-Dienst
sudo systemctl stop tango.service

7. Organisation von Mediadaten

Tango geht davon aus, dass Audio- und Videoinhalte in Form von Dateien im Dateisystem vorliegen. Es ist nicht zwingend erforderlich, hierbei eine bestimmte Ablagestruktur vorzusehen, sie erleichtert allerdings das Einordnen und Auffinden von Titeln.

media orga
Abb. 11. Beispiel für eine Ablagestruktur von Audio- und Videodaten

Die Namen von Ordnern und Dateien sollten keine Leer- oder Sonderzeichen enthalten, also am besten nur A-Z, a-z, 0-9 oder den Bindestrich enthalten. Zusätzlich sollten die Dateien mit Metadaten im ID3-Format [5] ausgestattet sein. Tango zieht für die Darstellung von Mediainformationen die Inhalte aus ID3-Tags heran, wenn solche vorgefunden werden.

Audiodateien, wie sie etwa bei Musikdownloads ausgeliefert werden, sind häufig bereits mit ID3-Tags versehen. Mediadateien lassen sich anderenfalls mit Werkzeugen wie beispielsweise Kid3 [6] auch nachträglich mit ID3-Tags versehen.

Sind Dateien dabei in einer wie oben dargestellten Struktur abgelegt, können auf einen Schlag ganze Mediatheken automatisch mit Metadaten versehen werden, indem die Namen von Titeln, Interpreten, Alben usw. gemäß dem Ablageschema aus den Datei- und Ordnernamen entnommen werden. Ein Ablageschema ist hierbei in den Werkzeugen zur Erstellung von Metadaten konfigurierbar.

8. Dienst einrichten

Damit Tango bereits läuft, wenn der Rechner gestartet wurde, kann das Programm als Dienst eingerichtet werden. Zur Einrichtung von Tango als Dienst wird beispielsweise mit Linux auf dem Rechner eine Datei namens tango.service mit folgendem Inhalt erstellt. Die Angaben unter ExecStart und WorkingDirectory müssen dabei auf den Ablageort von Tango verweisen.

[Unit]
Description=Tango
After=network.target syslog.target

[Service]
ExecStart=/home/fred/prg/tango/start
WorkingDirectory=/home/fred/prg/tango
StandardOutput=inherit
StandardError=inherit
Restart=always
User=fred
Type=forking

[Install]
WantedBy=multi-user.target

Die Datei wie folgt ins Verzeichnis /etc/systemd/system kopieren.

sudo cp tango.service /etc/systemd/system/tango.service

Zum Starten dient der folgende Befehl.

sudo systemctl start tango.service

Der folgende Befehl stoppt den Dienst.

sudo systemctl stop tango.service

Wenn das Starten und Stoppen verläuft wie vorgesehen, kann der Dienst wie folgt aktiviert werden.

sudo systemctl enable tango.service

Damit wird Tango stets gestartet wenn der Rechner eingeschaltet wird.

9. Verweise