Südfrankreich, 9. April bis 10. Mai 2026: Von der Provence entlang der Südküste Frankreichs herüber zum Atlantik mit einem abschließenden Abstecher an die Loire.
Vorbemerkungen
Es wird wohl inzwischen zur Gewohnheit, länger gefasste Reisepläne dem Wetter zu opfern, denn nicht zum ersten Mal haben wir uns kurzfristig umentschieden. Lange stand eine Campingreise in die Toskana auf dem Zettel, wo wir vor einigen Jahren schon einmal ausgiebig herumgereist waren, seinerzeit noch ohne Camper von einem Ferienhaus in Lucca aus.
Wieder einmal rückte der Termin näher und der einzige Ort in Europa mit schönem Wetter schien das Rhein-Main-Gebiet zu sein. So früh im Jahr Ende März war es ungewöhnlich sommerlich was sich den ganzen April über auch so halten sollte. Unser Kalkül war, schlechtem Aprilwetter in den Süden zu entfliehen aber ebenda war es kalt und regnerisch.
Bis auf Südfrankreich. Je näher der geplante Reisetermin rückte, desto gewisser wurde die spontane Änderung und so kam es schließlich. Geplant waren eigentlich mehrere Etappen über Bodensee, Berninapass und Iseosee bis hinter Livorno, um von da im Süden der Toskana sowie eventuell noch weiter südlich mehrere Ziele zu besuchen. Stattdessen brachen wir am Reisetag früh am Morgen Richtung Frankreich auf.
Eine Mischung aus Zielen, an denen wir schon waren verband sich im Verlauf dieser Reise mit Orten, die wir neu kennenlernen durften und es kann vorweg genommen werden: Nicht nur in puncto Wetter war es die richtige Entscheidung.
Frankfurt - Avignon
Anstelle mehrerer Zwischenaufenthalte entschieden wir uns, auf dem Hinweg früh los und direkt durchzufahren. Um Viertel vor Fünf ging es auf die A5 gen Süden. Vor Basel führt die Fahrt auf die französische Seite weiter über Lyon nach Avignon.
Die Fahrt verläuft reibungslos. Lediglich in Lyon ist es zeitweilig mal etwas seltsam beschildert, sodass wir beinahe in die falsche Richtung geraten. Wir machen einige teils auch längere Pausen, so gelangen wir durchweg entspannt ans Ziel.
Die ganze Fahrt über hat es kühle Außentemperaturen, aber hinter Lyon wird es plötzlich zusehends wärmer. Als wir am Nachmittag ankommen sind es sage und schreibe 28 Grad im Schatten. Im April!
Wir haben einen Campingplatz herausgesucht, der direkt an der Rhône gelegen den Blick auf die Altstadt mit Brücke und Palast gewährt. Alter Bestand an großen, weit auseinander stehenden Bäumen spendet Schatten und verleiht dem ganzen Areal eine parkähnliche Anmutung.
Eine Nachmittags- und Abendsonne sorgt für schönes Licht. Es ist wenig los um diese Jahreszeit, wir erhalten einen schönen Stellplatz direkt am Flussufer und wollen drei Nächte bleiben, um Avignon und Umgebung etwas ausgiebiger aus der Nähe kennenzulernen und zugleich etwas zur Ruhe zu kommen zwischen den zwei Fahrt-Teilen ins Zielgebiet.
An diesem Abend schlagen wir erst einmal unser Lager auf und genießen die Wärme sowie den spektakulären Blick auf die sich uns bietende Szenerie. Wir staunen und freuen uns immer wieder, welche besonderen Orte mancher Campingplatz für seine Gäste erschließt. Wie so oft würden in dieser Lage bestimmt auch zu gern exklusive Wohnhäuser gebaut werden.
Gerade noch bei kaltem, regnerischen Wetter in Frankfurt und schwupps nun bei bereits im Frühling eher sommerlichen Verhältnissen in Avignon. Wunderbar.
(Do, Tag 1 von 32: Frankfurt - Avignon)
Avignon
Der Zwischenstopp in Avignon wird eine Mischung aus Stadtrundgang und Radtour, mit denen wir die Region näher kennenlernen möchten.
Freitag
Wie immer lassen wir uns morgens Zeit für unsere normale Routine. Erstmal Kaffee machen, gemütlich das am Campingplatz bestellbare Baguette holen und ausgiebig frühstücken.
Schließlich geht es los, bei bestem Wetter zu Fuß ans Rhôneufer. Unweit des Campingplatzes unterhält die Stadt eine Fährverbindung über den Fluß für Fußgänger und Radfahrer. Kostenlos geht es stündlich in beide Richtungen. Das lassen wir uns nicht entgehen und sind im Handumdrehen an der alten Stadtmauer. Nebenbei bemerkt: Die Fähre fährt rein elektrisch. Vorbildlich!
Wir gehen hinauf zum Papstpalast und dem großen Vorplatz, wo wir das ganze Areal schon einmal in imposanter Weise auf uns wirken lassen. Je weiter es nach oben geht desto mehr Ausblicke über den großen Platz, die Stadt und den Fluß gewinnen wir, bis wir schließlich im schön angelegten, schattigen Park Rocher des Doms oberhalb des Papstpalastes anlangen. Eine empfehlenswerte Route mit einem Endpunkt, der zum Verweilen bei fabelhaftem Panoramablick lädt.
Die Besichtigung des Palasts schenken wir uns, obwohl schon während des außen entlang Gehens die Außenansichten durchaus spektakuläre Gebäude und interessante Blickwinkel eröffnen. Wir glauben aber, bei einer Besichtigung von innen nicht so viel Anderes zu finden und gehen stattdessen um Palast und Kathedrale herum auf eigene Faust in die Stadt hinein wobei wir zahlreiche Straßen mit bunten Geschäften und kleinen Plätzen erkunden. Eine Pause an einer Patisserie zur Stärkung avec Macarons et un Latte pour Simone et une Bouteille de l’eau pour moi darf auch nicht fehlen bis unser Weg wieder am Place de l’Horologie endet.
Auf dem Rückweg zum Stellplatz kommen wir auch wieder an der Pont d’Avignon vorbei und suchen den Zugang zum Betreten, das, wie sich herausstellt, nur gegen Bezahlung gewährt wird. Es kostet fünf Euro, nicht die Welt, aber so richtig erschließt sich nicht, was es bringt, also betrachten wir die Brücke nur von rundherum, bevor es dann mit der Fähre wieder zurück zum Campingplatz geht.
Einen lauen Abend verbringen wir mit Lesen, zu Essen haben wir noch Fahrtproviant aufzubrauchen.
(Fr, Tag 2 von 32: Avignon)
Samstag
Wieder verbringen wir einen entspannten Vormittag nach dem üblichen Muster und machen uns dann auf zu einer Fahrradtour in die Umgebung. Unser Campingplatz liegt auf der île de la Barthelasse, einer Insel die vor Avignon von zwei Armen der Rhône gebildet wird. Wir fahren zunächst am Ufer des rechten Arms der Rhône flussaufwärts und kommen erst an ein großes öffentliches Schwimmbad und anschließend an einem augenscheinlich recht luxuriösen Villengebiet vorbei.
Irgendwann unweit davon enden Insel und Uferweg wenig spektakulär an einer Brückenquerung, der Pont de l’Europe, die Avignon über die île de la Barthelasse mit dem gegenüberliegenden Ort Villeneuve-lès-Avignon verbindet, dessen Besuch wir uns für ein anderes Mal aufheben. Wir kehren um und fahren flussabwärts. Kurz bevor der Uferweg von einer Gruppe dort fest vertäuter, privater Hausboote versperrt ist, breiten wir unsere mitgebrachte Picknickdecke nebst Verpflegung an einem lauschigen Plätzchen für eine ausgiebige Rast aus.
Später fahren wir weiter und unweit von da quer über die Insel zum Kanal, der auf der anderen Seite der Insel diese begrenzt. Dem Kanal folgen wir auf dem dortigen Uferweg bis zum Ende der Insel, wo ein großes Wehr und eine moderne Brücke für Fußgänger und Radfahrer, die Passerelle de l’Oiselay, wieder über den Fluss aufs Festland führt. Die Brücke ist Teil der Via Rhôna, eines 815 km langen Radwegs, der den Genfer See mit dem Mittelmeer verbindet. Hier machen wir kehrt und fahren zurück zum Campingplatz.
Gegen 16 Uhr sind wir pünktlich zur Kaffeezeit zurück und genehmigen uns ein Tässchen am Stellplatz. Nach Abendessen und Abwasch sind wir schließlich bereit für die nächste Etappe, die uns dem hiesigen Wetter entziehen und ans Meer bringen soll, während es sich hier entsprechend der Prognose bereits zuzieht. Eine Schlechtwetterfront soll durchziehen, aber weiter südlich schön bleiben. Wir werden sehen.
(Sa, Tag 3 von 32: Avignon)
Avignon - Grimaud
Heute wecken uns so gegen 7 Uhr morgens laute Klänge lateinamerikanischer Tanzmusik. Es stellt sich heraus, dass sich am Schwimmbad direkt neben unserem Campingplatz die Start- und Zielzone eines Marathons befindet.
Es ist der Tag unseres ersten Standortwechsels im Zielgebiet, bei dem wir eigentlich in die Region um Frejus und Saint Raphael weiterfahren wollten. Es ließ sich dort aber partout kein Campingplatz finden, der uns von seiner Lage und seinem Angebot gefällt. Die Entscheidung fällt auf Grimaud als nächstes Ziel.
Wie sich zeigt, führt die Laufstrecke am Uferweg entlang, den wir gestern erst mit dem Rad befuhren. Die Musik begleitet den Morgen über das Frühstück und unsere Reisevorbereitungen. Schließlich fahren wir ab und nehmen zunächst die Autobahn weiter in Richtung Süden. Später geht es noch ein ganzes Stück über eine Landstraße, die sich noch eine ganze Weile durch Berg und Tal nach Grimaud windet, unserem Ziel für heute.
Grimaud liegt am Ende des Golf von Saint Tropez, wo wir bereits als Familie urlaubten, als die Jungs noch klein waren. Seinerzeit wohnten wir gegenüber von Saint Tropez in Sainte Maxime und haben des öfteren am Strand von Grimaud gebadet. Bei unseren Aufenthalten dort sind wir auch immer an einem schön direkt am Ufer gelegenen Campingplatz vorbei gekommen, den wir auf dieser Reise einmal ausprobieren wollten.
Zu dieser Zeit im Jahr ist noch viel frei und wir können einen Stellplatz weitab von der Durchgangsstraße direkt am Meer beziehen. Am Morgen befanden wir uns noch in Avignon und mit einem Mal sind wir am Meer und mithin in unserem Zielgebiet angelangt. Herrlich.
Nach dem Aufbau lassen wir sogleich einen Strandspaziergang nach Port Grimaud und zurück folgen. Später noch einige Einkäufe im örtlichen Laden, dann zurück zum Stellplatz, wo wir erst einmal ausgiebig den Meerblick genießen. Von drinnen, denn die Wetterlage ist noch nicht ganz da wo die Prognose hinwollte. Keine Sonne, viel Wind aber mild. Morgen soll etwas Regen fallen, aber den Rest der Woche soll es schön bleiben.
Der kleine Ort Grimaud am Golf von Saint Tropez ist ein guter Ausgangspunkt für allerlei Bewegungen in die Nachbarorte Saint Tropez und Sainte Maxime sowie die umliegenden Strandregionen. Wir kennen das Gebiet von frühreren Reisen ganz gut und wollen nun erstmals auch dessen Angebot für Camping näher kennenlernen.
Seit geraumer Zeit sind ja auch immer die Fahrräder mit dabei, was insbesondere den Besuch unmittelbar benachbarter Orte sehr erleichtert. So handhaben wir es hier auch wieder.
(So, Tag 4 von 32: Avignon - Grimaud)
Saint Tropez
Ein trüber, kühler Morgen weicht angenehm milden Temperaturen und aufgelockerter Bewölkung. Nicht schlecht für April. Wie so oft lassen wir es am Vormittag langsam angehen und frühstücken eher spät. Vor Saint Tropez ist ein Kreuzfahrtschiff vor Anker gegangen, Touristenklischee.
Beim Frühstück ruft die Werkstatt an und teilt mit, dass die SOS-Batterie nun da sei und eingebaut werden könne. Diese war just auf unserer Reise nach Usedom im Januar kaputt gegangen und Volkswagen hat die ganze Zeit bis jetzt gebraucht, um das Ersatzteil zur Werkstatt zu bekommen. Das hätten wir vor der Reise gebraucht, danke für nichts, Volkswagen. Wir machen einen Termin für nach unserer Rückkehr.
Später geht es mit den Rädern nach Saint Tropez. Der Radweg folgt der Uferstraße von Grimaud nach Saint Tropez und ist super ausgebaut. Kurz vor Saint Tropez endet der Weg und wir müssen auf die Straße wechseln, aber vom Ortseingang bis zum Hafen ist es nicht mehr weit und Autos können dort nicht schnell fahren. Mit dem Fahrrad dauert die Strecke bequeme ca. 30 Minuten. Mit dem Auto ist es bisweilen staubedingt und wegen Parkplatzsuche deutlich länger und auch stressiger.
Wir fahren mit den Rädern rund um das Hafenbecken, an Senequier vorbei bis zur leuchtturmartigen Backbordmarkierung der Hafeneinfahrt.
Im Hafen ist wenig los um diese Zeit im Jahr. Es liegen kaum Millionärsboote im Hafen und auch keine dieser wunderschönen Segelschoner, die man sonst dort sehen kann. Die wirklich großen Superyachten des Typs »Oligarch« ankern sowieso meist draußen in der Bucht, aber solche sind auch nicht da.
Rund um den Hafen hat sich nichts verändert in den Jahren die wir nicht hier waren. Dasselbe gilt für unseren Weg ins Städtchen. Wir gehen bis zum Place des Lices, wo wir einige Zeit verweilen und die schöne Atmosphäre genießen.
Dann fahren wir wieder zurück zum Hafen und schließlich zurück zum Campingplatz. Gegen 16:30 Uhr nehmen wir unseren Nachmittagskaffee am Stellplatz drinnen, während draußen der vorhergesagte Regen durchzieht, dessen Wolken sich schon auf den Bildern unseres heutigen Ausfluges ankündigten.
Am Abend gibt es Nudeln mit Pasta. Selbst ein so einfaches Gericht hätte vermutlich in Saint Tropez ein kleines Vermögen gekostet. Wir wissen es nicht, dort haben wir noch nie im Restaurant gegessen. Das machen wir aber zugegebenermaßen ohnehin selten auf unseren Campingreisen, da ist in der Regel Selbstversorgung angesagt.
(Mo, Tag 5 von 32: Saint Tropez)
Gammeltag
Die Nacht war mit acht Grad unerwartet kalt aber am Morgen kam wie vorhergesagt die Sonne heraus und die Kälte war wie weggeblasen. Nach dem allmorgendlichen Einkauf frischer Baguettes und Croissants wird erst einmal ausgiebig der frisch gebrühte Kaffee in der Morgensonne genossen.
Für Mitte April ist es in der prallen Sonne allerdings schon derart warm, dass ich die Markise um das Sonnensegel erweitere und mit den Zeltstangen gerade aufstelle. Kaum zwei Stunden danach kommt natürlich prompt Wind auf, aber nur so 4-5 bft., die Verzurrungen halten.
Den Nachmittag über gammeln wir in der Sonne, die hatte uns zuhause schließlich zuhause den Winter über ziemlich gefehlt. Gegen halb vier rollen wir aber das Sonnensegel ein und gehen erst eine Kleinigkeit einkaufen und machen dann einen Strandspaziergang in Richtung Sainte Maxime.
In diesem Küstenbereich sind wir noch nicht gewesen, stellen aber fest, dass man da nicht weit kommt, bis schließlich eines dieser alteingesessenen Anwesen den weiteren Weg am Strand versperrt. Davor findet sich ein sehr schöner Strandabschnitt, der sich wohl auch wegen seiner Entlegenheit offenbar bei Naturisten großer Beliebtheit erfreut. FKK ist jetzt nicht so unser Ding, also lassen wir den Nackedeis ihr Areal und bleiben lieber bedeckt und kehren um. Manche Alabasterkörper hätten ähnliches verdient, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Am Abend gibt es mit Bratwürstchen und den restlichen Nudel ein weiteres einfaches Essen und wie gewöhnlich vergeht die Zeit mit Lesen.
(Di, Tag 6 von 32: Grimaud)
Sainte Maxime
Die nächsten zwei Tage sind Besuchen in Sainte Maxime gewidmet, das von unserem Standort ebensoschnell mit dem Rad erreichbar ist wie Saint Tropez, aber für unseren Geschmack mehr zu bieten hat.
Mittwoch
Auf eine weitere kalte Nacht folgt wieder schon am Morgen Sonnenschein und wir entrollen wieder das zusätzliche Sonnensegel. Einmal am Stellplatz aufgebaut bleiben die Heringe an Ort und Stelle und die Verspannung ist im Handumdrehen wieder fest.
Wie stets wieder Baguette und Croissants einkaufen, dann vergeht der Vormittag anschließend wieder wie im Fluge. Ein wenig die Sonne genießen, ein wenig Gammelei, ein spätes Frühstück und auch mal ein kleines Nickerchen zwischendurch.
Der Nachmittagskaffee mit Croissant folgt heute etwas früher. Als bald danach mehr Wind aufkommt, rollen wir das Sonnensegel ein, denn gleich wollen wir mit dem Rad nach Sainte Maxime fahren. Auch dorthin ist der Radweg super ausgebaut und verläuft in vielen Teilen direkt am Meer.
Wieder endet der Radweg kurz vor dem Ort, wo wir auf die Straße wechseln und nahe des Casinos die Räder anschließen. Wir bummeln zu Fuß durch die Gassen. Es hat sich auch hier in fast zwanzig Jahren nichts verändert, Sainte Maxime hat nichts von seiner Lieblichkeit und seinem Charme eingebüßt.
Nach der Bummelei verweilen wir nahe des Hafens im Schatten auf einer Bank zum »People Watching«. Auf dem Rückweg zu den Fahrrädern kommen wir an den zahlreichen Boulespielern vorbei, die in aller Ruhe ihrer Leidenschaft im Schatten alter Bäume nachgehen.
Donnerstag
Donnerstags ist Markttag in Sainte Maxime und zudem gibt es dort auch eine Markthalle direkt neben dem Marktplatz, die um Zwei schließt. Wir bummeln morgens daher nicht ganz so viel wie sonst, um es noch rechtzeitig vor Ladenschluß per Fahrrad dorthin zu schaffen.
Fisch, Käse sowie Obst und Gemüse, frischer geht es nicht und wir nehmen für die nächsten Tage einiges an Proviant auf. Auch die Gewürzstände haben deutlich aromatischere Sorten im Angebot als die im Supermarkt erhältlichen Fertigmischungen. Das Bummeln über den Markt ist zudem immer etwas auch fürs Auge und so nehmen wir Markttage stets gern für Ausflüge zum Anlaß.
Natürlich lässt das dann nicht viel Zeit zum Verweilen, da die frischen Sachen auch gekühlt werden wollen. Also sind wir bald zurück am Stellplatz und Käse und Fisch landen im Kühlschrank. Abends kommen zwei von vier auf dem Markt besorgten Lachsfilets auf den Grill und werden von einem Salat aus weiteren frischen Zutaten von da ergänzt. Wie heißt es so schön? Leben wie Gott in Frankreich.
(Mi und Do, Tag 7 und 8 von 32: Sainte Maxime)
Grimaud
Zwei weitere Tage verbringen wir am Campingplatz und drumherum und genießen einfach das schöne Wetter am Meer. Am Freitag erkunden wir zwischendurch auf einen Spaziergang das rieseige Gebiet, das jenseits der Durchgangsstraße auch noch zum hiesigen Campingplatz gehört und sehen, dass dort ebenfalls ein herrliches Areal zum Camping lockt.
Es ist mehr ein aufgelockertes Wald- oder Parkgebiet mit großen Bäumen und steigt stärker an, so dass manche Stellplätze einen schönen Meerblick von oben haben. Das Areal ist aber so früh im Jahr noch nicht offen und daher zeichnet sich der Spaziergang auch dadurch aus, dass wir die einzigen Menschen weit und breit sind.
Am Abend des Freitag gibt es nochmals eine leichte Mahlzeit aus gegrilltem Fisch mit Salat.
Tags darauf an unserem letzten Tag hier auf dem Platz beschränken wir uns vollends auf das Genießen des noch immer schönen Wetters so früh im Jahr. Das zusätzlich an der Markise anbringbare Sonnensegel hat sich hier wie auch scho auf vorangegangenen Reisen wieder bestens bewährt. Es ist vielseitig verwendbar, leicht und hat ein äußerst geringes Packmaß.
Eine Episode hat sich am Samstag noch den größten Teil des Nachmittages hingezogen, als bei uns mit einem Mal der Strom weg war. Kein Beinbruch, wir brauchen ihn eigentlich nur für den Wasserkocher. Wenn es keinen Strom gibt, kochen wir mit unserem Gas und erzeugen den Strom für den Kühlschrank mit dem Solarpaneel auf dem Dach des Bulli. Aber gerade auf diesem Campingplatz kosten zehn Ampere extra, die wir auch bezahlt haben, um besagten Wasserkocher nutzen zu können und dann soll der Strom auch fließen.
Auf manchen Plätzen sind die Stromkästen abgeschlossen und müssen von Helfern geöffnet werden, die dann auch das Kabel anschließen, so auch auf diesem Platz. Wie sich herausstellt, hat der Helfer bei Abreise des Nachbarn die Sicherung für unseren Strom gezogen und nicht die des Nachbarn. Nach einigem hin und her kam er schließlich vorbei und hat die Sicherung wieder eingesteckt.
Ich dachte noch, dass der Gute ga-ran-tiert nicht darauf geachtet hat, ob es auch die zehn Ampere Sicherung ist, die wir bezahlt haben. Ohne den Aufpreis sind es standardmäßig nur acht Ampere und die reichen für den Wasserkocher nicht.
Zwischendurch dann noch ein kleiner Einkauf von Eiern und ein paar zur Neige gegangenen Vorräten. Aus den Eiern werden abends leckere Omelettes mit Tomaten, Paprika und Feta.
(Fr und Sa, Tag 9 und 10 von 32: Grimaud)
Grimaud - Le Lavandou
Einer weiteren noch immer recht kalten Nacht folgt ein weiterer sonniger Tag. Es gibt noch gemütlich Frühstück, die Sicherung fliegt natürlich raus, als der Wasserkocher eingeschaltet wird. Aber das Thema wegen nur kurzer verbleibender Zeit hier weiter zu verfolgen lohnt nicht. Wir kochen diesen Morgen das Kaffeewasser mit Gas.
Nach dem Befestigen der Fahrräder geht es los nach Le Lavandou. Hier hin haben wir auch schon bei früheren Reisen Ausflüge gemacht und haben die Strandregion in toller Erinnerung. Ein riesiger Campingplatz erstreckt sich im Nachbarort Bormes-les-Mimosas, wo wir zwar keinen Stellplatz direkt am Strand finden, aber dafür einen Platz mit grandioser, unverbaubarer Hanglage und spektakulärem Blick auf Meer und Küste.
Wie so oft auf so großen Campingplätzen finden sich hier mehrere Reihen großer weißer Wände, die, wenn man auf gleicher Höhe dahinter steht, eine undurchdringliche Mauer zum Strand hin bilden. Sofern verfügbar, sind Hanglagen ein unschlagbares Rezept dagegen. Unser kleiner Bulli kommt mühelos in den den kleinen Hangplatz, dort gelangen diese übergroßen Wohnmobile nicht hin.
Während sich »unten« unzählige übergroße Fahrzeuge gegenseitig die Sicht nehmen, sehen wir einfach über die dicht an dicht stehenden, riesigen Fahrzeuge hinweg. Selbst die im Bild zu sehenden vereinzelt auf höher gelegenen Plätzen stehenden Riesen-WoMos sind noch weit genug entfernt, dass sie keine Sichtbeeiträchtigung mehr darstellen können. Das ist mal eine fabelhafte Lage.
Nach der kurzen Etappe gibt es erst einmal Kaffee und Kekse. Gegen 16 Uhr haben wir heute mal noch von Simone zubereitetes Brot mit Käsewürfeln und Paprika für den kleinen Hunger zwischendurch. Nach einiger Zeit des Genießens der bombastischen Aussicht machen wir einen Spaziergang zum Waschhaus und zum Einkaufsladen. Abends mache ich Carbonara. Dann der Abwasch und es wird schon wieder dunkel um 20:30 Uhr. Noch Lesen, Aussicht geniessen und dann ist schon wieder Schlafenszeit.
(So, Tag 11 von 32: Grimaud - Le Lavandou)
Le Lavandou
Wenn nicht schon Grimaud, wäre die ganze Region um diesen Campingplatz hier ein Inbegriff für Strandurlaub in Südfrankreich und so verbringen wir hier einige Tage ganz unbeschwert mit Strand- und Uferspaziergängen sowie einfach mit Herumgammeln, das auch diese grandiose Aussicht von unserem Stellplatz aus begünstigt.
Montag
Wobei wir nicht gänzlich untätig sind. Am Montag führt uns ein Strandspaziergang bis herüber zur anderen Seite der benachbarten Bucht entlang der Strandpromenade von Le Lavandou und in Teile des lieblichen Ortskerns bis zum Hafen und zurück.
Dort begegnen uns, wie in nahezu allen Strandregionen üblich, die unterschiedlichen Konzepte von uniform bis individuell. Die mit Strandliegen gepflasterten Bereiche lassen erahnen, wie es zur Hauptsaison ist. Deren Sonnenschirme sind aber immer etwas fürs Auge, so auch hier.
Ein Vorzug beim Camping ist, dass damit nicht selten Regionen erschlossen werden, wo wenig bis kein Touristenrummel herrscht. Aber freilich variiert auch das je nach Campingplatz, Region und Saison.
Im weiteren Verlauf des Spaziergangs stellte sich heraus, dass das Paradies in Le Lavandou liegt, aber leider geschlossen hat.
Ein solcher Spaziergang eröffnet ansonsten wieder zahlreiche malerische Winkel, die der Ortskern von Le Lavandou für Besucher bereithält. Es ist schon geradezu inflationär schön in Frankreichs kleinen Ferienorten, auch und gerade an Stellen, wo der Tourismus nicht ganz so wuchert.
Kleine Nebenstraßen wie etwa die Traverse de la Ramade werden in der Regel achtlos durchquert und sind doch jede für sich Kleinodien, für die ein zweiter und ein dritter Blick lohnt. Entsprechend viel Zeit für das Bummeln im Ort haben wir uns genommen.
Dienstag
Am Dienstag gehen wir in die andere Richtung ein Stück den Uferwanderweg, der sich aber als sehr felsig erweist. Das ist wohl eher etwas zum Klettern als zum Wandern. Wir bleiben stattdessen in einer Felsenbucht, wo wir lange ungestört einfach am Meer verweilen und irgendwann von da den »wanderbaren« Einstieg des Kletterweges wieder zurück gehen.
In der Nachmittags- und Abensonne spazieren wir später noch nach Bormes-les-Mimosas für kleine Besorgungen und zum Bummeln entlang der Ladenzeile (richtig: Einzahl) sowie der Boule-Plätze, wo offenbar ein Turnier mit vielen Teilnehmern stattfindet.
Mittwoch
Mittwoch unterbricht zunächst ein Sturmtief das schöne Wetter, das stellenweise auch Regen und deutlich kühlere Luft mitbringt. Das sitzen wir am Stellplatz aus, ausgiebiger Mittagsschlaf inklusive. Später ein Rundgang über den Bereich des Campingplatzes, der sich die Hänge des Geländes herauf zieht. Es sind mehr Stellplätze in diesem Bereich belegt als es von unserem Platz aus den Anschein hat. Kein Wunder, bei dieser Lage.
Leider wird die Zahl dieser Plätze verringert, weil die Betreiber sie im Begriff sind zu »Luxusplätzen« mit jeweils privatem Sanitärbereich umzubauen. Bequemer und geräumiger ist das gewiß, aber es geht eben auf Kosten der Stellplatzanzahl. Ob sich das nicht am Ende als Nullsummenspiel erweist?
Donnerstag
Der Donnerstag ist eingenommen von einer Radtour herüber nach St. Clair, noch hinter Le Lavandou, wo wir einen besonders schönen Strand in Erinnerung haben. Die Radtour geht über einen gut ausgebauten Radweg, teilweise hoch über dem Meer mit tollen Aussichtspunkten, dem wir noch ein ganzes Stück weiter folgen als unser Strandziel erfordert.
Schließlich kehren wir um und finden den Weg zum Strand von St. Clair, der etwas versteckt liegt. Zu unserem Bedauern machen sich die Franzosen gerade daran, diese herrliche Bucht mit Strandlokalen zuzupflastern. Eine Art Uferpromenade haben sie auch schon zwischen die kleine Straße und den zauberhaften Sandstrand gequetscht. Ein Jammer.
Wir schließen die Räder an und gehen die Bucht einmal komplett entlang. Am Ende in Richtung Le Lavandou gibt es einen Aussichtspunkt mit sehr schönem Blick auf Bucht und Meer, den wir ausgiebig genießen. Dann gehen wir zurück zu den Rädern und fahren zurück zum Campingplatz. Das war es dann wohl mit dem lieblichen Strand von St. Clair und seinem Surfer-Charme. Demnächst wird er ganz dominiert sein von Lokalen und dem Troubel drumherum. Die einzigartige Atmosphäre ist weg.
Auf dem Rückweg zahlen wir schon einmal die Rechnung, dann geht es morgen schneller. Am Abend haben wir heute ausnahmsweise mal telefonisch Pizza im Ort bestellt und an den Stellplatz liefern lassen. Lecker! Kann man sich ja auch mal gönnen.
(Mo - Do, Tage 12 bis 15 von 32: Le Lavandou / Bormes-les-Mimosas)
Le Lavandou - Cap Leucate
Heute verlassen wir die Côte d´Azur und machen uns auf den Weg nach Cap Leucate. Wir waren im Jahr 2022 auf dem Weg nach Spanien für nur eine Nacht schon einmal dort und uns gefiel die Strandregion sehr, so dass wir sie auf dieser Reise auf jeden Fall mit einbauen wollten.
Es ist ein ganzes Stück länger zu fahren als die kleinräumige Fahrt von Grimaud nach Le Lavandou, deshalb machen wir zu Mittag Halt an einer Autobahnraststätte und essen dort. Auch ansonsten verläuft die Fahrt bei bestem Wetter entspannt, gegen 15:30 Uhr sind wir am Campingplatz.
Es kommt uns alles noch recht vertraut vor und wir suchen uns erst einmal einen schönen Stellplatz aus, der Platz ist so gut wie leer. Es folgt natürlich eine Strandwanderung an diesem riesigen, weiten Strand, die nach der Fahrt besonders wohl tut. Zurück am Stellplatz ist es schon 19 Uhr und wir vertilgen die restliche Pizza vom Vortag, dann lassen wir diesen Fahrtag mit Lesen ausklingen.
(Fr, Tag 16 von 32: Le Lavandou - Cap Leucate)
Cap Leucate
Wir haben Cap Leucate bewußt auch gewählt, um einen Kontrast zur mondänen Côte d´Azur zu schaffen. Der Plan sah vor, hier einfach ein paar entspannte Tage ohne großes »Pensum« zu verbringen. Zwar haben wir auch hier Ausflüge unternommen, aber sie waren, vielleicht mit Ausnahme des Samstags, stärker geprägt vom Wunsch nach »sich Ausklinken«.
Samstag
Am Vormittag machen wir nach dem üblichen späten Frühstück einen größeren Einkauf. Mit den Rädern ist ein großer Supermarkt gut vom Campingplatz erreichbar und wir füllen unsere Vorräte für die nächsten Tage auf.
Anders als die Region von Montpellier über Sete, Agde usw. ist hier am Cap Leucate deutlich weniger los, ideal für einen entspannten Strandaufendhalt. Dennoch haben wir kurz zuvor mitbekommen, dass just während unseres Aufenthaltes eine alljährliche Surf-Veranstaltung namens Mondial du Vent stattfindet. Die wollen wir heute besuchen.
Jenseits der Klippen von Cap Leucate im kleinen Nachbarort La Franqui ist ein großer Strandbereich für das Wochenende ganz dem Festival gewidmet. Wir wollen mit den Fahrrädern hin und sehen, dass laut Google eine Querverbindung über die Steilküste zu bestehen scheint, also machen wir uns auf den Weg dorthin.
Wie sich zeigt, müssen wir jedoch die Räder alsbald schieben. Der anfangs gut ausgebaute Wander- und Radweg wird immer schlechter und ist schließlich nur noch ein unwegsamer Felspfad. Nun waren wir aber schon so weit gekommen, dass Umkehren auch keine Option mehr war, also mussen wir trotz eigentlich ungeeigneten Schuhwerks weiterlaufen und die Räder über das unwegsame Terrain schieben.
Außer gelegentlich herrlichen Aussichten aufs Meer von der Steilküste aus war der Weg sehr beschwerlich und schien kein Ende nehmen zu wollen. Bei der starken Hitze kein Spaß. Zuguterletzt fanden wir einen Weg, der sich für einen Abstieg mit den Rädern eignete und schließlich kamen wir zum Veranstaltungsort.
Eine größere Sache, mehrere Sperren besetzt mit Helfern und sogar der Polizei sorgten dafür, dass keine Autos bis zum Veranstaltungsort vordringen konnten. Während die anderen Gäste ihre Autos weit vor dem Ort parken und zu Fuß zum Fest gehen mussten, kamen wir mit den Fahrrädern vom Ortsrand bestens ans Ziel.
Das Fest hatte einiges zu bieten und wir sahen uns zunächst die vielen Angebote näher an. Eine spektakuläre BMX-Fahrradshow ließ uns länger verweilen und zusehen. Später liefen wir den riesigen Strand entlang in Richtung Surf-Wettbewerbe. Windsurfer, Kite-Surfer und solche mit diesen neuen Foils und Einzelsegeln, die man ohne Mast oder Seile einfach in den Händen hält, waren unterwegs.
Sehr nah kommt man natürlich nicht an die Teilnehmer des Wettbewerbs heran, dies fand draußen auf dem Wasser statt. Ich hatte neben dem Handy auch die Kamera dabei und machte stattdessen Fotos vom Geschehen und den Leuten drumherum. Später taten wir es vielen Gästen gleich und legten uns auf den eigens mitgebrachten Strandtüchern in die Sonne ans Wasser.
Am frühen Abend ging es dann wieder auf die Fahrräder und wir fuhren zurück zum Campingplatz. Dieses Mal natürlich »außen herum«, wo, wie sich zeigte, ein gut ausgebauter Radweg entlang führte. Die Rückfahrt gestaltete sich entsprechend kurz und entspannt, bot sogar zeitweilig schöne Ausblicke auf die dortige Lagune und das Hinterland.
Von Google war dieser Weg nicht empfohlen gewesen, dort wurde ständig versucht, die »Abkürzung« einzuschlagen, die dann ja keine war. Danke für nichts, Google.
Selten war eine Dusche anschließend erfrischender. Ich grille am Abend selbst gewürzte Hähnchenbrust. Dazu gibt es angeröstetes Brot mit selbst gemachtem Bruschetta. Und das Lesen am Abend ist wieder die Standardbetätigung zum Ausklang eines ereignisreichen Tages.
Sonntag
Wieder ein gemütlicher Morgen mit wie üblich spätem Frühstück geht einer Radtour bei strahlendem Sonnenschein nach Port Leucate voraus. Der Weg füht über die Village des ostréiculteurs auf halber Strecke, wo Austernfischer in mehreren Lokalen am Wasser Austern und Meeresfrüchte anbieten. Augenscheinlich sehr beliebt, wie wir beim Vorbeikommen feststellen, aber Austern und Muschen sind eine Speiese, die wir beide bislang zeitlebens komplett ausgelassen haben, also fahren wir ohne Halt am ansonsten bunten und belebten Ort weiter.
In Port Leucate angelangt dauert es noch ein ganzes Weilchen, bis wir durch ein riesiges Gebiet von Ferienwohnungen am ebenfalls riesigen Bootshafen anlangen. Der Ort scheint ausschließlich aus diesen Ferienwohnungen zu bestehen. Es war wohl gerade Markt hier, aber die Stände sind bei unserer Ankunft bereits geschlossen und im Abbau begriffen. Schade, wußten wir nicht, sonst hätte sich ein früherer Aufbruch vielleicht gelohnt.
Der Bootshafen ist in zwei Bereiche aufgegliedert, die wir mit den Rädern »abradeln«. Dann eine Pause irgendwo im Schatten am Hafenbecken. Es ist fast gespenstisch menschenleer so abseits der Saison, nur ganz wenige einzelne Segler fahren heraus, während wir dort sind.
Später fahren wir noch weiter zum Strand und der dortigen Seebrücke und bleiben abermals ein Weilchen zum genießen des Ausblicks aufs Meer. Schließlich treten wir die Rückfahrt an und sind etwa um 17:30 Uhr zurück am Stellplatz.
Später machen wir noch eine kleine Strandwanderung und legen uns eine Zeitlang auf die Strandtücher in den Sand ans Meer. Auf dem Rückweg gehen wir über den WoMo-Stellplatz, der in unmittelbarer Nachbarschaft des Campingplatzes direkt am Meer liegt und schauen ihn uns näher an. 11,10 € kostet eine Übernachtung. Nicht schlecht, wenn man zum Beispiel auf der Durchreise ist und nur ein günstiges Plätzchen zur schnellen und einfachen Übernachtung mit toller Lage sucht. Auch zum Verweilen für ein, zwei Nächte absolut o.k. und die Lage wie gesagt topp.
Montag
Die Gegend hier um Cap Leucate gefällt uns für ihre schnörkellose und unaufgeregte, bodenständige Strandatmosphäre. Die Ruhe in dieser Zeit des Jahres tut ein übriges für einen total entspannten Aufenthalt.
Nach dem Frühstück zunächst noch eine Fahrt mit den Rädern zum Einkaufsmarkt. Der Rest des Tages vergeht wie im Fluge entsprechend tiefenentspannt mit allerlei Gegammel, Kaffee und Kuchen am Nachmittag inklusive. Später darf auch ein weiterer Besuch am Strand nicht fehlen.
Am Abend gibt es gegrillten Lachs, gegrillten Feta und selbst gemachten griechischen Salat.
(Sa - Mo, Tage 17 - 19 von 32, Cap Leucate)
Cap Leucate - Cap Ferret
Die Planänderung zu Beginn unserer Reise hat uns zum Ende hin mehr Zeit beschert. Eigentlich wollten wir in Frejus und Saint Raphael noch Zeit verbringen, dann wäre Cap Leucate unsere letzte Etappe geworden. Für den Rückweg hatten wir dann vor, entweder nochmal in Avignon vorbei zu schauen oder stattdessen z.B. Arles zu besuchen, um die lange Rückfahrt etwas zu verkürzen.
So aber hatten wir noch reichlich Zeit übrig und sahen zudem, dass allein die Fahrt nach Avignon etwa gleich weit war wie die Fahrt nach Cap Ferret. Also warum nicht noch den Schwenk an den Atlantik oder genauer, den Golf von Biskaya machen? So kam es, dass wir heute über Toulouse und Bordeaux nach Cap Ferret fuhren.
Um 9:30 Uhr sind wir vom Platz und machen noch einen Zwischenstopp zum Volltanken am nahen Supermarkt. In Frankreich sind viele mittelgroße und große Supermärkte mit Automatentankstellen ausgestattet. Eine schnelle, unkomplizierte Sache und wie in Deutschland deutlich günstiger, als auf der Autobahn.
Die Fahrt verläuft glatt, nur vereinzelt der eine oder andere Regenguss. Hinter Bordeaux zieht es sich nochmal ziemlich, wenn die Route von der Autobahn abzweigt und auf Landstraßen weiter läuft. Diese sind zwar bis fast zum Ziel gut ausgebaut, teilweise sogar zweispurig, aber zahlreiche Kreisel verlangsamen das Fortkommen häufig. Außerdem legten wir wie stets auch einige großzügigen Pausen ein. Schließlich aber langen wir so gegen 15:45 Uhr auf dem Campingplatz an, beziehen einen netten Stellplatz und sind einmal vom Mittelmeer bis zum Atlantik gefahren.
Es ist ein großer, gut ausgestatteter Campingplatz im Wald, der von Dünengebiet zum Atlantikstrand hin abgegrenzt ist. Die gesamte Region ist auf diese Weise beschaffen, weshalb es im Umkreis keine Campingplätze mit direktem Strandzugang oder Meerblick gibt. Für Besuche am Strand ist ein kleiner Fußweg durch den Wald und über die Dünen erforderlich, der aber nicht weiter ins Gewicht fällt, wenn man die enorme, endlos scheinende Weite dieses Atlantikstrandes bedenkt.
Natürlich sehen wir uns diesen Strand gleich nach der Ankunft an und sind tief beeindruckt. Ein kleiner Spaziergang am Meer hilft, die Fahrt aus den Knochen zu bekommen. Später setzen wir uns noch ein Weilchen in den Sand und beobachten einfach die eindrucksvoll anrollende Brandung, die hier auch zahlreiche Surfer anzieht. Wir sind schon jetzt froh, noch hierher gefahren zu sein.
Zurück auf dem Stellplatz schließen wir dann noch den Aufbau ab. Zum Abendessen gibt es heute mal einfach belegte Baguettes.
(Di, Tag 20 von 32, Cap Leucate - Cap Ferret)
Cap Ferret
Auch hier haben wir uns wieder eine Mischung aus Ausflügen und anderen Betätigungen vorgenommen und einige Nächte Aufenthalt im Voraus gezahlt. Die Tage hier am Atlantik sind geprägt von mehr Müßiggang, teils, weil das Wetter deutlich wechselhafter ist, teils aber auch, weil wir hier mehr Zeit verbringen als an den hinter uns liegenden Etappenzielen.
Wir haben auch hier überwiegend Sonne und angenehme Temperaturen, aber zwischendurch sind immer mal wieder Zeiten, die uns lieber drinnen ausharren lassen. Im Vergleich zum Mittelmeer gibt es mehr Regen und es ist kühler um diese Zeit am Atlantik.
Unternehmungen entstehen spontaner, wenn mal die Sonne scheint. Letztlich machen wir immer draußen etwas, wenn es das Wetter erlaubt. Für die restlichen Tage dieser Reise lohnt eine minutiöse Erzählung nicht, es werden nur die Unternehmungen je Wochentag und bestimmte Aspekte erwähnt.
Mittwoch
Der Tag beginnt schon mit viel Regen und kühlen Temperaturen. Wir verbringen die Zeit drinnen und machen am Nachmittag einen Spaziergang am riesigen Atlantikstrand. Ich muss auf dem Rückweg auch nochmal zur Rezeption, um mir eine Zahlungsbestätigung zu holen. Bei der Zahlung im Voraus bekamen wir nur eine Rechnung über den Zahlbetrag.
Zurück auf dem Stellplatz kommt nach Kaffee und Kuchen sogar noch richtig die Sonne heraus und wir genießen die wärmenden Strahlen. Am Abend ergibt sich noch ein ausgiebiger Plausch mit den Nachbarn, die, wie sich herausstellte aus London kommen und in Bordeaux wohnen. Wir hatten uns schon gewundert, dass sie ein WoMo mit französischer Zulassung fahren, aber oft englisch sprechen.
Wir tauschen noch ein paar Tipps und Erfahrungen aus Reisen aus. Dann ist schon wieder Zeit zum Abendessen. Heute gibt es nichts selbst gemachtes sondern mitgebrachtes und warm gemachtes Chili vom heimischen Metzger aus der Konserve und das restliche Brot dazu.
(Mi, Tag 21 von 32, Cap Ferret)
Donnerstag
Ein Ausflug mit den Fahrrädern führt uns bei sonnigem Wetter durch das riesige Waldgebiet auf einem gut ausgebauten Radweg zum Ort Cap Ferret und dem eigentlichen Kap. Auf dem Weg dorthin machen wir am Leuchtturm von Cap Ferret halt und sehen uns ein wenig um. Die Fahrt bis zum Kap, also der Landspitze, die an der Mündung des Bassin d´Arcachon zum Atlantik liegt, zieht sich ziemlich.
Die Fahrt ist geprägt von zahllosen Ferienhäusern, die die Franzosen hier für sich in einer großen Siedlung errichtet haben. Die meisten Häuser sind zu dieser Zeit unbewohnt, so dass die Gegend einen etwas endzeitlichen Eindruck macht. Allerdings sind die Bauweisen jeweils sehr blickgeschützt, daher könnte es sein, dass die Gegend zur Hauptsaison nicht anders wirkt. Dazu bei trägt auch, dass sich nicht ein Laden, Lokal oder sonstige öffentliche Einrichtung mit den zahllosen Häusern abwechselt.
Am Kap bietet sich schließlich ein großer Parkplatz für PKW mit einer kurzen Straße, die an einem sandigen Platz endet, der aber keinerlei Aussicht auf irgendetwas bietet. Das eingentliche Kap ist nur zur Fuß zu erreichen, aber nicht etwa auf direktem Weg. Besucher müssen einem Wald- und Dünenweg folgen, der einen enormen Umweg beschreibt und auf dem Strand weiter nördlich des Kaps zum Meer hin endet. Zum Ufer des Kaps ist also noch eine Strandwanderung nötig. Ein, zwei Aussichtspunkte kurz hinter dem sandigen Platz geben kurz die Sicht auf Meer und die riesige Dune du Pîlat drüben in der Ferne am gegenüberliegenden Ufer frei.
Alles in allem eine etwas enttäuschende Lokation, für die sich die lange Radfahrt nicht sonderlich lohnt.
Auf dem Rückweg halten wir uns an der dem Bassin d`Arcachon zugewandeten Seite, wo aber durch die vielen Ferienhäuser wie auf der Hinfahrt kein direkter Zugang zum Ufer oder schönen Ausblicken besteht. Erst nach einiger Wegstrecke beginnt ein schöner Platz zum Ufer hin, von dem eine Uferstraße weiter nach Norden führt und die dann auch nach und nach ein paar Geschäfte, Lokale und offentlichen Einrichtungen erschließt. Den Platz am Wasser mit seiner tollen Aussicht bis herüber nach Arcachon und die Dune du Pîlat nehmen wir dankbar für eine längere Rast an. Die Sonne erwärmt uns nach der längeren Radelei durch von Bäumen kühl abgeschattete Straßen während die Wellen des Meeres in der Sonne glänzen.
Vom herrlichen Anblick können wir kaum genug bekommen, aber irgendwann ziehen wir dann wieder weiter und machen an der Anlegestelle für Fährboote noch einen Stopp, schauen uns ein wenig um bevor wir schließlich die Rückfahrt antreten.
Zurück am Stellplatz ist es schon Abend und ich mache Nudeln mit Schinken und Käse, die wir dank der Abendsonne mal draussen genießen können.
(Do, Tag 22 von 32, Cap Ferret)
Arcachon
Der gestrige Ausflug diente auch dazu, die heutige Unternehmung etwas auszukundschaften, denn wir fahren mit den Rädern zur Bootsanlegestelle der Fähre, die wir gestern unter anderem besuchten. Von da nehmen wir das stündlich abgehende Fährboot, das uns in etwa einer Dreiviertelstunde über das Bassin d´Archachon nach Arcachon bringt. Es ist auch möglich, die Räder mitzunehmen, aber wir schließen unsere nahe des Anlegers an einem großen Fahrradparkplatz an und wollen die Stadt auf der anderen Seite zu Fuß erkunden.
An einer großen Seebrücke in Arcachon herrscht ein buntes Kommen und Gehen zahlreicher Boote von überhallher rund um das Bassin d`Arcachon, in das sich auch unser Fährboot einreiht. Wir flanieren mit zahlreichen anderen Besuchern und Bewohnern gemütlich die Seebrücke und Strandpromenade herab, an deren östlichem Ende sich ein Riesenrad befindet. Dort machen wir kehrt, spazieren zurück und biegen auf Höhe der Seebrücke in die Stadt ein.
Gesäumt von Einkaufsläden aller Art nehmen wir entlang der Avenue Gambetta auf halbem Wege einen Abzweig nach Rechts, wo ein Markt stattfindet. Dahinter liegt mit dem Marché d`Arcachon die örtliche Markthalle, wo wir einige Zeit umher schlendern und etwas frisches Gemüse kaufen.
Weiter geht es die Avenue Gambetta hinauf. In einer kleinen Patisserie erwerben wir noch Mille Foiles und Eclairs für später und folgen schließlich der Avenue Régnault hinauf zum Parc Mauresque. Es gibt auch einen großen Aufzug in einem sehenswerten Aufzugsgebäude, aber wir gehen die Serpentinen hinauf zu Fuß.
Ein Spaziergang durch den wunderschön angelegten Park lohnt sich und belhon Besucher mit einem herrlichen Blick auf die Stadt und das Bassin d´Arcachon. Für die mitgebrachten Backleckereien lassen wir uns auf einer schattigen Parkbank nieder, die weite Blickachsen über das großzügige Areal bietet und genießen einfach die Atmosphäre.
Später gehen wir weiter durch den Park und verlassen ihn in Richtung des angrenzenden Quartier de la Ville d’Hiver, einem großen Viertel aus Villen unterschiedlicher Baustile aus dem späten 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, das wir allerdings nur passieren und nicht sehr ausgiebig besichtigen. Vielleicht ein anderes Mal. Stattdessen nehmen wir den Fußgängerweg nebst Fußgängerbrücke Passerelle Saint-Paul weiter zum Observatoire Sainte-Cécile, einem weiteren Aussichtspunkt mit herrlichem Blick über die Stadt.
Nach einigem Verweilen geht es zurück zum Park und vorbei an der Fontaine de Parc Mauresque der Einkaufsstraße folgend zurück in die Stadt und an die Strandpromenade. Hier haben sich inzwischen viele Menschen zum Wochendene in der Nachmittagssonne eingefunden. Wir suchen uns eine freie Bank und verharren eine Weile im People Watching.
Irgendwann ist es Zeit für die Rückfahrt und wir spazieren zurück zur Seebrücke. Eine weitere launige Bootsfahrt über das Wasser zum Cap Ferret bringt uns zurück zu unseren Rädern und bald darauf sind wir wieder zum Campingplatz geradelt.
Ursrpünglich hatten wir noch Zeit für eine weitere Etappe, aber die Region bietet nicht so viel Abwechslung und ist an Ort und Stelle so schön, dass wir uns für diese Reise entschließen, länger zu bleiben. An der Rezeption verlängern wir noch bis Donnerstag.
Am Abend grille ich Hähnchenbrust, dazu gibt es selbt gemachten Nudesalat aus den restlichen Nudeln von gestern.
(Fr, Tag 23 von 32, Arcachon)
Samstag
Heute steht nicht viel auf dem Programm außer einer langen Strandwanderung, an deren Ende sich sichtlich schlechteres Wetter ankündigt. Am Nachmittag ziehen Gewitter und Regen durch, es wird kühler. Wir verbringen die Zeit gemütlich im Bus.
Ein neuer Nachbar aus Deutschland bezieht den Stellplatz neben uns, nachdem kürzlich die Engländer aus Bordeaux abgereist waren. Diese hatten noch auf der gegenüberliegenden Seite ihres Stellplatzes gestanden, so dass genügend Raum zwischen uns war.
Der neue Nachbar stellt jedoch seinen riesigen Wohnwagen nur Zentimeter vor unserem Seitenfenster auf. Die Stellplätze sind so großzügig bemessen, dass da noch mehr Platz hätte gelassen werden können. Unser Stellplatz wäre ebenfalls groß genug für eine andere Ausrichtung unseres Bulli, aber ein großer Baum mittendrin erlaubte bei uns keinen größeren Abstand.
Abgesehen von der einmal mehr entstehenden Frage, wozu in aller Welt zwei Personen so ein Monstrum von Wohnwagen brauchen sind wir wieder einmal sprachlos über die Ignoranz gerade jener Camper mit so großen Fahrzeugen. Zudem sind 80% des gesamten Campingplatzes noch frei, es wimmelt geradezu von anderen schönen Stellplätzen, mit Bäumen, ohne Bäume, jeweils mit vergleichbarer Lage zu Versorgungseinrichtungen, die obendrein allesamt deutlich größer und ebener sind. Warum es ausgerechnet dieser Stellplatz für unseren neuen Nachbarn mit seinem Wohntrumm sein musste, bleibt sein Geheimnis.
Weil uns das schon öfter so ging, vermuten wir inzwischen, dass sich da bei den Leuten im Stammhirn irgendeine urzeitlich-arachische passiv-aggressive Verhaltensstörung gepaart mit seltsam verzerrter Umweltwahrnehmung nebst Wagenburg-Manie Bahn bricht.
Aber macht nichts. Bei unserer Anfrage an der Rezeption nach einem anderen Stellplatz sagt uns die nette Rezeptionistin, dass eigentlich die gegenüberliegende Seite des Nachbarstellplatzes vorgesehen ist, so, wie auch der Vorgänger stand. Seis drum, die Denkfähigkeit der neuen Nachbarn soll nicht mit solchen Diskussionen auf die Probe gestellt werden. Manche fallen dann gern mal aus der Rolle. Wir suchen uns lieber einen neuen Stellplatz.
Ein schöner, großer Stellplatz ohne Bäume mit entsprechend mehr Raum und mehr Sonne war bei unserer Anreise belegt von einem dieser ziemlich ziemlich großen Wohnmobile und ist inzwischen frei geworden. Den sichern wir uns für den restlichen Aufenthalt. Flugs fahren wir den Bulli herüber, bauen die paar Sachen neu auf und haben nun wieder einen Platz, bei dem uns Fahrer von großen Wohnmobilen stets abschätzige Blicke zuwerfen ob der »Platzverschwenung« für den vergleichsweise kleinen Bulli.
Ein wenig als ob sie in ihrer beschränkten Wagenburg-Mentalität noch nie selbst auf die Idee gekommen sind, von vornherein eine passende Stellplatzgröße zu suchen bevor das andere tun. Später ist dann die Verblüffung groß und das Gras immer grüner auf der anderen Seite des Zauns.
So wie neulich, als der Besitzer eines Neun-Meter-WoMos nicht auf den Stellplatz passte, den er sich aussuchte obwohl noch reichlich andere, größere frei waren. Die schienen aber mangels Aussicht unter seiner Würde. Das große Fahrzeug war ohne Vorzelt für zwei Personen aber noch nicht groß genug, weshalb er zum Leidwesen anderer Fahrer großer WoMos sein Riesenfahrzeug teils auf der engen Zufahrt abstellte, um noch sein Vorzelt stellen zu können. Das damit entstehende Durchfahrproblem teilte er dann schließlich zum Glück nur mit Seinesgleichen.
Wir waren für den Rest des Aufenthalts jedenfalls dank des größeren Raums unbehelligt von solchen Störungen geblieben. Passend zum noch immer kalten und regnerischen Wetter machen wir heute mit Gulaschsuppe aus der Dose vom Metzger etwas herzhaftes zum Abendessen warm.
(Sa, Tag 24 von 32, Cap Ferret)
Sonntag
Über den Sonntag lässt sich nicht viel berichten. In der Nacht kommt viel Regen herunter und wir verbringen einen ganz gemächlichen Morgen. Am späten Vormittag kommt die Sonne heraus und wir legen einen Strandtag ein. Wir sind nahezu für uns allein auf diesem riesigen und endlosen Areal des Atlantikstrand und liegen einfach in der Sonne und genießen die Sicht auf den Ozean sowie einige Wellenreiter in der Ferne. Zur Kaffeezeit kehren wir zurück und das Wetter zieht sich auch schon wieder zu.
Abends mache ich Omelette mit Paprika, Tomaten und Feta.
(So, Tag 25 von 32, Cap Ferret)
Paraillan, Le Canon
Wieder viel Regen in der Nacht und ein grauer Morgen. Einige Routineaufgaben stehen für den Vormittag an und das Laden der Akkus der Räder ist auch mal fällig. Es sind leichte E-Bikes, die Akkus sind in knapp zwei Stunden vollgeladen. Dann sind sie bereit für die nächste Tour, die wir trotz etwas wechselhaften Wetters am frühen Nachmittag antreten.
Es geht in die vergleichsweise nahe gelegenen Ortschaften Paraillan, Le Canon und Grand Piquet. Sie gehen derart ineinander über, dass nicht ganz klar wird, in welchem Ortsteil wir uns gerade bewegen. Jedenfalls ist es wohl Le Canon, wo sich eine Reihe Lokale und Geschäfte am Ufer des Bassin d`Arcachon finden, die eine bunte und abwechslungsreichere Kulisse sowie schöne Ausblicke auf Ufer und Wasser bieten.
Die restlichen Uferregionen sind ähnlich wie in Cap Ferret fast ganz von stattlichen Häusern auf schönen Ufergrundstücken bestanden, die bis auf wenige Stichstraßen ohne viel öffentlichen Raum am Ufer für die Allgemeinheit nicht zugänglich sind.
Wir gelangen nur an eine Stelle, wo sich doch einmal ein kleiner Platz zum Wasser hin öffnet und einen Aussichtspunkt nebst einzelner Bank frei gibt. Dort verweilen wir ein wenig und fahren dann weiter bis Grand Piquey, wo sich ebenfalls ein, zwei Lokale und Hotels finden, die aber für Laufkundschaft wie uns eher verschlossen wirken.
Wir fahren schließlich zurück zum Campingplatz, wo wir uns für Kaffee und Kuchen lieber wieder selbst verköstigen. Damit das so bleiben kann, folgt noch ein kleiner Einkauf im örtlichen Laden und ein weiteres Regengebiet zieht auch wieder durch. Danach setzt noch schöne Abendsonne ein, die wir gut mit noch ein wenig draußen Sitzen verbringen können.
Am Abend macht Simone Spaghetti mit Pesto.
(Mo, Tag 26 von 32, Paraillan, Le Canon, Grand Piquey)
Dienstag
In der Nacht zu Dienstag fallen enorme Mengen Regen. Am Morgen stehen wir teilweise in einem regelrechten See, in den unser Stellplatz wie auch viele umliegende Stellplätze von den Regenmassen verwandelt wurde. Der halbe Vormittag vergeht bei heftigem Regen und gerade einmal zehn Grad Außentemperatur. Wir machen die Heizung an und haben es den Vormittag über im Bus gemütlich.
Die Prognose hatte Regen vorausgesagt und nennt auch morgen noch diese Wetterlage, sowohl für unseren Aufenthaltsort als auch für den Zielort unserer letzten Etappe. Wir wollen eigentlich am Donnerstag weiterfahren, möchten aber den nächsten »Sonnentag« nicht an einen Fahrtag verschwenden. Wir fahren lieber morgen bei regnerischem Wetter und ziehen so unsere Abreise von hier einen Tag vor.
Wegen des Regens hatten wir ohnehin schon vieles Weggepackt. Ein nochmaliges Hervorholen nur für einen Tag und anschließendes erneutes Verstauen hätte sich nicht gelohnt.
Später lässt der Regen nach und es zeigt sich sogar zeitweilig die Sonne. Ideal zum Einpacken restlicher Sachen und einen letzten, langen Strandspaziergang. Kaffee und Kuchen draußen auf dem Stellplatz darf auch nicht fehlen und bald ist alles so weit bereit zur Abfahrt.
Abends gibt es ausnahmsweise mal Pizza vom örtlichen Lokal des Campingplatzes.
(Mi - Di, Tag 21 - 27 von 32, Cap Ferret / Arcachon)
Cap Ferret - Blois
Nachts und morgens wieder ziemlicher Regen, dazu ungemütliche Temperaturen. Die Heizung läuft auch noch am Vormittag als kleine Hilfe beim Trocknen des Aufstelldaches, nachdem der Regen genau zur rechten Zeit einmal aufhört. Es werden wie immer zum Schluss noch die Fahrräder auf den Heckträcker geschnallt, Dach zu, Sitze drehen und schon geht es los.
In Claouey noch volltanken, dann geht es in einem Rutsch bis Blois an der Loire. Hier haben wir auf unserer Fahrt nach Portugal schon Halt gemacht. Seinerzeit ohne Fahrräder und mit nicht so viel Zeit waren wir nur auf der Durchreise, wollten aber bei einer anderen Gelegenheit unbedingt einmal die Stadt und die Region näher kennenlernen. Dies war unsere Gelegenheit, denn Blois liegt auch verkehrsgünstig für die anschließende Heimreise schon ein ganzes Stück östlich und verkürzt so die restliche Fahrt.
Die Fahrt dauert immerhin fünf Stunden, nicht zuletzt auch wegen diverser enormer Wolkenbrüche, aber sonst eine gemütliche Fahrt. Der Campingplatz ist erfreulicherweise ziemlich leer. Auch hier erlauben die Betreiber eine komplett freie Stellplatzauswahl, man fährt einfach hin, wo man stehen möchte und macht es sich dort gemütlich. Das riesiege Rasenareal hat keine Stellplatzbegrenzungen, nur einige Bäume und Büsche.
Das Abendessen fällt mit Baguette und Salami recht einfach aus, mehr braucht es aber heute sonst auch nicht mehr. Der Platz ist direkt am Ufer der Loire gelegen, am Abend geht die Temperatur herunter bis auf 11 Grad. Im Mai! Prompt läuft wieder die Heizung, versteht sich.
(Mi, Tag 28 von 32 Cap Ferret - Blois)
Blois
Die restlichen Tage gehören ganz dem Besuch der Stadt Blois und der Region drumherum, die u.a. mit gleich mehreren Loire-Schlössern aufwartet.
Donnerstag
Bei weniger als zehn Grad in der Nacht hat sich die auf niedrigster Stufe mitlaufende Heizung gelohnt, auch für ein gemütliches Innenklima beim Aufstehen am Morgen. Auch dieser Campingplatz bietet einen Brötchenservice, den wir gerne in Anspruch nehmen und wie stets gemütlich Frühstücken.
Allein für solche Wege wie quer über einen Campingplatz mit rieseiger Ausdehnung schnell das morgendliche Baguette zu holen lohnt sich die Mitnahme von Fahrrädern sehr. Dasselbe gilt aber auch für die Mobilität in der Region. Die Stadt Blois liegt zwar nahe des Campingplatzes, wäre aber ohne Fahrräder einen gehörigen Fußmarsch entfernt. Gegen Mittag schwingen wir uns folgerichtig auf die Räder nach Blois.
Ein gut ausgebauter Radweg führt entlang der Loire flußabwärts in die Stadt. Nur an einem großen Kreisel ist zeitweilig der Fahrradweg weg und sichtlich noch im Bau. Davon abgesehen ist die Fahrt mit dem Rad am Fluß eine richtig schöne Tour, die bald von einem beeindruckend schönen Stadtpanorama belohnt wird.
Noch ein Stückchen durch den Stadtteil Blois-Vienne auf der linken Uferseite mit weitereb schönen Blicken auf die Stadt gegenüber führt uns der Weg über die Pont Jacques-Gabriel direkt ins Stadtzentrum. Blois liegt auf mehreren Hügeln. Wir schließen die Räder an zentraler Stelle an und gehen zu Fuß durch malerische Stadtarchitektur und über Plätze mit schattigem Baumbestand herauf zum Château Royal de Blois.
Vom Place de Château und dem Park mit seinen Parterres Saint-Sauveur hat man eine wunderbare Aussicht auf die Dächer der Stadt, die Loire und das Umland. Nach einigem Verweilen und Genießen der Aussicht schlendern wir weiter durch die Straßen der Stadt zur Cathedrale Saint-Louis und dem dahinterliegenden Rathaus von Blois auf dem gegenüberliegenden Hügel.
Mit den bischöflichen Gärten Jardins de l’Évêché erstreckt sich ein weiterer Park über den gut erhaltenen mittelalterlichen Bauten der Altstadt, wo wir abermals die grandiose Aussicht auf Stadt, Land und Fluß genießen.
Auf dem Rückweg gelangen wir an die Escalier Denis Papin, einen Erfinder, Wissenschaftler und Sohn der Stadt. Deren oberes Ende erschließt einen einzigartig grandiosen Blick die Treppe hinab und die Rue Denis Papin entlang schnurgerade hinaus aus der Stadt in die Ferne. Auch hier bleiben wir eine Weile und nehmen schließlich die Treppe hinab zurück in die Unterstadt.
Auf dem Weg zu den Rädern machen wir noch einen Einkaufsstopp im örtlichen Carrefour und verteilen die Einkäufe für die Rückfahrt zum Campingplatz auf die Satteltaschen und Faltrucksäcke.
Wir beschließen einen abwechslungsreichen Besuch in Blois, der sich sehr für das Kennenlernen dieser bildschönen Stadt lohnte, mit Kaffee und Kuchen jenseits von Getümmel am ruhigen Stellplatz in der Natur. Den Rest des Nachmittags verbringen wir in der Sonne vor dem Bulli. Den ganzen Tag hatten wir Sonne, den Tag heute nicht mit der Fahrt von Cap Ferret herüber zu verbringen war die richtige Entscheidung.
(Do, Tag 29 von 32, Blois)
Chambord
Wieder beginnt der Tag mit dem Abholen des bestellten Baguette und einem späten Frühstück bei bereits seit dem Morgen bestem Wetter. Später machen wir eine Fahrradtour die Loire entlang flussaufwärts. Auch in diese Richtung ist der Radweg bestens ausgebaut und bietet immer wieder idyllische Ausblicke auf die Loire. Unser Ziel ist das Jagdschloss Chambord, das sich als sehr beeindruckendes Bauwerk umgeben von einem riesigen Waldgebiet nebst Park herausstellt.
Wir schließen die Räder an und lösen zwei Besichtigungstickets am Besucherempfang. Es sind eine Menge Besucher unterwegs, aber es geht zügig hinein. Eine außerordentliche Architektur hält einige sehenswerte Details bereit wie beispielsweise das wuchtige zentrale Treppenhaus, das als Doppelhelix mit einem Lichtschacht im Inneren konstruiert ist. Aber auch die weitläufige, von allerlei Turmdächern umgebene Dachterrasse mit ihren erhabenen Ausblicken.
Alles in allem ein absolut lohnenswerter Besuch, für den sich wieder einmal die Fahrräder bewährt haben, auch angesichts des Besucherstroms und den vielen Fahrzeugen auf Straßen und Parkplätzen. Wir konnten stattdessen auch auf dem Rückweg Routen abseits der Straßen folgen und von Autos unbehelligt ganz die idyllische Gegend genießen.
Zurück am Stellplatz ruhen wir bei Kaffee und Kuchen aus. Als wir in Chambord ankamen, rief der Hersteller unseres Bulli zurück und eröffnete uns, dass gewisse Umbaupläne, die wir geschmiedet hatten, umsetzbar seien. Frohe Kunde, die uns hocherfreut noch etwas in den Details dieser Pläne verweilen ließ. Nach unserer Rückkehr werden wir einen Auftrag für eine Umsetzung zum Ende der diesjährigen Reisesaison aufgeben.
Den Rest des Tages genießen wir das sonnige Wetter. Abends macht Simone Spaghetti Bolognese.
(Fr, Tag 30 von 32, Chambord)
Samstag
Eine mit neun Grad kalte Nacht endet mit einem sonnigen Morgen, der wieder mit Baguette und Croissants holen, Kaffee aufbrühen und spätem Frühstück beginnt. Wir wollen heute noch ein wenig Faulenzen und machen es uns darußen auf dem Stellplatz gemütlich. Morgen sollen bereits seit einiger Zeit laut Prognose angekündigt in ganz Europa Regen mit niedrigeren Temperaturen einsetzen.
Nach dem Nachmittagskaffee werden die Wolken mehr und Wind kommt auf. Wir räumen schon einmal alles nicht mehr benötigte wie Tisch, Stühle, Markise weg. Abends macht Simone Gnocchi mit Tomatensauce.
(Sa, Tag 31 von 32, Blois)
Blois - Frankfurt
Diese Reise endet heute mit der Rückfahrt nach Frankfurt. Der Tag beginnt nach einem dieses Mal frühen, aber ausgiebigen Frühstück und den üblichen Fahrtvorbereitungen wie dem Drehen der Sitze, dem Schließen des Aufstelldaches und dem verzurren der Fahrräder auf dem Heckträger. Nach dem Verlassen des Campingplatzes fahren wir zum Volltanken eine Selbstbedienungstankstelle in Blois an. Um 10:15 Uhr sind wir auf der Autobahn.
Die Fahrt verläuft reibungslos, wobei erneut die französischen Mautstraßen und deren guter Zustand sowie die durchweg geringe Verkehrsdichte maßgeblich zu einer entspannten Fahrt bis zur deutschen Grenze bei Saarbrücken beitragen.
Ab da beginnt der übliche K(r)ampf auf deutschen Autobahnen, den wir aber wieder gut überstehen, bis wir schließlich so gegen 16:50 Uhr zuhause ankommen. Rund sechseinhalb Stunden mit Pausen sind für eine letzte Etappe wie diese ziemlich o.k. Über die gesamte Reise hinweg kommen wir auf überschaubare 3.301 gefahrene Kilometer.
(So, Tag 32 von 32, Blois - Frankfurt)
Schlussbemerkungen
Südfrankreich hat sein Wetterversprechen gehalten und uns auf dieser Reise schon früh im Jahr viel Sonne und Wärme gespendet, just als zuhause und anderswo in Europa der Frühling nach fulminantem Start eine längere Pause machte. Selbst der etwas gewagte Schwenk an den Atlantik so früh im Jahr hat zwischen nicht so tollem Wetter noch einige Sonnentage draufgelegt und uns obendrein ein neues Zielgebiet kennen- und schätzenlernen lassen.
Die Sprachbarriere, die wir bei früheren Reisen nach Frankreich noch stärker erlebten, ist kaum mehr wahrnehmbar. Mit verstaubtem Schulfranzösisch kommt man gut zurecht, aber viele Franzosen sprechen zudem gut Englisch oder auch Deutsch.
Ein spätes Highlight der Reise waren Blois und das Schloss Chambord. Dieser Stopp auf der Rückfahrt hat sich sehr gelohnt und gezeigt, wie gut sich eine längere Rückfahrt mit derlei Aufenthalten unterteilen lässt.
Südfrankreich ebenso wie die Region am Cap Ferret sind einzigartige Gegenden für unbeschwerte und abwechslungsreiche Reisen in teils auf sehr unterschiedliche Weise schöne Gebiete, in die wir, wenn möglich, gern einmal zurückkommen.
































































