Geschriebene Wortehttp://uhilger.de/worteDas Journal von Ulrich Hilgerde-deUlrich Hilger, http://uhilger.deMon, 11 Dec 2017 04:51:11 +0100Giftig<p><a href="/cms/pub/photo/id/g/9120" data-lightbox="9120"> <img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/cms/pub/photo/id/k/9120" alt="foto" width="240" height="167" /> </a> Benjamin Birkenhake teilt in seinem Blogbeitrag <a href="https://anmutunddemut.de/2017/10/25/die-grosse-zuckerluege.html">Die gro&szlig;e Zuckerl&uuml;ge</a> einige Gedanken zu Zucker in Lebensmitteln. Zucker ist ein Energietr&auml;ger und eignet sich gut f&uuml;r deren Transport. Es &uuml;berrascht nicht, dass die Natur einen Mechanismus in unsere K&ouml;rper eingebaut hat, der uns zur Aufnahme s&uuml;&szlig;er Nahrungsmittel ermutigt.</p><p>Nun sind wir allerdings schon lange nicht mehr Urmenschen und als J&auml;ger und Sammler in der Savanne unterwegs. Der moderne Mensch sorgt gew&ouml;hnlich f&uuml;r stets gen&uuml;gend zu Essen und zu Trinken, so da&szlig; jener Mechanismus mittlerweile eher schadet als nutzt. Der Mensch muss keinen Zucker &uuml;ber Nahrungsmittel zu sich nehmen. Unser K&ouml;rper kann aus dem, was wir tagt&auml;glich essen und trinken, jederzeit gen&uuml;gend Energie gewinnen und f&uuml;r F&auml;lle, in denen diese Energie in Form von Zucker 'Treibstoff' liefert, diesen Zucker selbst herstellen.</p><p>Freilich sind Essen und Trinken f&uuml;r uns nicht allein Nahrungsaufnahme. Zubereitung, Darbietung und (gemeinsamer) Verzehr sind gleichsam Formen des Genusses wie als elementare lebenspendende Handlungen auch vielschichtige kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse und Rituale.</p><p>Es muss nicht einseitig nur aus den rein biologischen Zusammenh&auml;ngen heraus ein Totalverzicht auf Zucker folgen. Der Mensch kann entscheiden ob und bei welchen Gelegenheiten er zuckerhaltige Speisen und Getr&auml;nke zu sich nehmen m&ouml;chte und f&uuml;r einen ma&szlig;vollen Genuss sowie den passenden Ausgleich sorgen.&nbsp;</p><p>Erschwert wird unsere Entscheidung von der Art, wie wir uns ern&auml;hren. Fertigprodukte, industriell gefertigte Nahrungsmittel und Mahlzeiten in Imbissen, Kantinen und Restaurants lassen ihre Inhalte nur schwer erkennen. Hier gilt es anzusetzen und eine klare und einfache Kennzeichnung der Inhaltsstoffe von Lebensmitteln herbeizuf&uuml;hren. Der Zuckergehalt sollte dabei einzeln und besonders ber&uuml;cksichtigt werden. Und auch die Industrie kann es besser, k&ouml;nnte den Zucker aus Lebensmitteln fern halten und sich damit positiv vom Mitbewerb abheben.</p><p>Und ganz salopp gesagt: Stets frische, abwechslungsreiche Nahrung von lokalen Erzeugern ist ohnehin eine gute Alternative zum ewigen Fertigfra&szlig; und Obst ersetzt so manche andere Speise. Ich ziehe jedenfalls einen leckeren Apfel jedem noch so frisch zubereiteten Smoothie vor. Es k&ouml;nnte so einfach sein.</p>http://uhilger.de/worte?b=4966Ulrich Hilger, http://uhilger.de4966Sat, 28 Oct 2017 13:00:13 +0200Familienferien<p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/7766" data-lightbox="7766"> <img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/k/7766" alt="foto" width="240" height="167" /> </a> Irgendwann meint man die Urlaubszeit schon immer als Familie verbracht zu haben. Die Reisen unterscheiden sich eher in der Frage, welche aufblasbaren Schwimmtiere, welches Spielzeug, welche Strandsachen oder Kuscheltiere man keinesfalls vergessen darf. Ob auch gen&uuml;gend Bespa&szlig;ungsinstrumentarien f&uuml;r die lange Autofahrt an Bord sind. Und welche Attraktionen f&uuml;r Kinder oder Jugendliche sich vor Ort befinden.&nbsp;</p><p>Bis dann die Kinder keine mehr sind und sich erfolgreich gegen die 'Verhei&szlig;ungen' eines l&auml;ngeren Auslandaufenthaltes in Begleitung peinlicher Eltern zur Wehr setzen. Der Dank einer Erziehung zu selbst&auml;ndigen Individuen.&nbsp;</p><p>Sohn Nummer Eins war ja schon im Sommer nicht mehr dabei. Nun ist auch der Bruder von der Fahne gegangen und es stellte sich heraus, dass unsere Reise nach Norwegen im vergangenen Jahr die bislang letzte dieser Art sein sollte.</p><p>Eine gerade beendete Rundreise mit dem Wohnmobil hat uns das auf Schritt und Tritt sp&uuml;ren lassen. Sie f&uuml;hrte uns zwar nicht an Orte, die wir bereits mit den Jungs besucht hatten, doch allein die Fahrt auf den unweigerlich gleichen Routen nach Norden lie&szlig; uns die L&uuml;cke sp&uuml;ren.&nbsp;</p><p>Anla&szlig;, auf Bilder der gemeinsamen Norwegen-Fahrt zur&uuml;ckzukommen, die ohnehin schon viel zu lange auf der Platte schlummerten. Man m&ouml;ge mir die 'Familien-lastigkeit' folgender Bildver&ouml;ffentlichungen verzeihen und deren therapeutische Wirkung ber&uuml;cksichtigen.</p><p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/7766" data-lightbox="7972"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/w/7766" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/7616" data-lightbox="7972"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/w/7616" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/7778" data-lightbox="7972"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/w/7778" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/7972" data-lightbox="7972"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/w/7972" alt="foto" width="120" height="83" /> </a></p>http://uhilger.de/worte?b=4962Ulrich Hilger, http://uhilger.de4962Fri, 20 Oct 2017 19:56:19 +0200Alternative<p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/8632" data-lightbox="8632"> <img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/k/8632" alt="foto" width="240" height="167" /> </a> Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Von fast drei Vierteln der Wahlberechtigten sind ca. 13 Prozent der Meinung, dass die AfD eine Alternative f&uuml;r Deutschland ist. Man k&ouml;nnte auch sagen, dass f&uuml;r 13 Prozent der Deutschen die anderen Parteien keine Alternative (mehr) sind.</p><p>W&auml;hrend die 'etablierten' Parteien gebetsm&uuml;hlenhaft wiederholen, was sie nach eigenem Daf&uuml;rhalten alles richtig machen, kommt nun eine W&auml;hlerschaft daher und widerspricht sehr deutlich. Es melden sich W&auml;hler zu Wort, die bislang mangels 'Alternative' nicht erkennbar waren.</p><p>Das ist ein Spiel mit dem Feuer und man muss sehr hoffen, dass sich alle anderen Parteien der Menschen im Land annehmen, denen sie bislang nichts zu bieten hatten.</p><p>Noch mehr zu hoffen ist, dass die Gunst der W&auml;hler f&uuml;r die AfD nicht als Auftrag missverstanden wird, Teile von deren Positionen zu &uuml;bernehmen.<span style="font-size: 10pt;">&nbsp;</span></p>http://uhilger.de/worte?b=4955Ulrich Hilger, http://uhilger.de4955Mon, 25 Sep 2017 09:12:34 +0200Unbeachtet<p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/8945" data-lightbox="8945"> <img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/k/8945" alt="foto" width="240" height="167" /> </a> Fotografien in der &Ouml;ffentlichkeit enthalten h&auml;ufig ein Gewimmel von Menschen an belebten Orten. Noch &ouml;fter, obwohl selbst gestalteter Lebensraum, zeigen sich diese Orte unbelebt, ein einstmals bev&ouml;lkertes Gebiet, das von seinen Bewohnern leer zur&uuml;ckgelassen wurde.</p><p>Nicht selten kann man in einer gro&szlig;en Stadt umherlaufen ohne mehr als eine Handvoll Zeitgenossen anzutreffen, von kleineren Orten ganz zu schweigen. Begegnungen, die entsprechend befremdlich anmuten, als sei man unvermittelt abgebogen und in einer Parallelwelt gelandet. Die menschliche Pr&auml;senz, obgleich in einem riesigen ausschlie&szlig;lich von Menschen gemachten und gestalteten Raum, wirkt in diesem Umfeld seltsam kontr&auml;r und gibt ein Bild vereinzelter Lebenszeichen in einem f&uuml;r gro&szlig;e St&auml;dte mit vielen Bewohnern erstaunlich unbelebten Raum ab.</p><p>Fotografien solcher Anblicke wirken unspektakul&auml;r und bisweilen ein wenig fad. Aber es gibt Momente, die f&uuml;r mich beides beinhalten, einen gewissen nicht n&auml;her beschreibbaren kompositorischen Anreiz wie auch einen Ausdruck dieses erw&auml;hnten befremdlichen Kontrasts von Leben und Lebensraum.&nbsp;</p><p>Ich sammle solche Gelegenheiten in der Reihe <a href="/photo/index.html?f=alben/lebenszeichen">Lebenszeichen</a>. Wie schon verschiedentlich hier im Journal thematisiert ist sie f&uuml;r mich zugleich ein Beispiel, wie Fotografien als Teil einer Bildstrecke mehr bewirken k&ouml;nnen als die Summe ihrer einzelnen Ansichten. Wo die Bildstrecke mit ihren einzelnen Facetten als Gesamtheit zus&auml;tzliche Geltung als Werk entfaltet.</p><p>Gerne f&uuml;ge ich dieser Reihe hin und wieder neue Exemplare hinzu, was freilich von der &Ouml;ffentlichkeit mindestens ebenso unber&uuml;cksichtigt bleibt wie besagte Form des abhanden gekommenen &ouml;ffentlichen Beisammenseins. Ein weiterer Anreiz die Reihe fortzusetzen, setzt diese Ignoranz doch den beobachteten Zustand gleichsam fort.</p><p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/8945" data-lightbox="8945-2"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/w/8945" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/8866" data-lightbox="8945-2"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/w/8866" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/8951" data-lightbox="8945-2"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/w/8951" alt="foto" width="120" height="83" /> </a></p><p style="text-align: right;">Bilder: <br />Frankfurt, Mai 2017<br />Kodak Portra 400 @ 640, Push 1</p>http://uhilger.de/worte?b=4951Ulrich Hilger, http://uhilger.de4951Sun, 17 Sep 2017 12:01:31 +0200Zuschauer<p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/8925" data-lightbox="8925"><img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/k/8925" alt="foto" width="240" height="167" /> </a> Das Au&szlig;ergew&ouml;hnliche im Allt&auml;glichen kommt zumeist beil&auml;ufig und ziemlich kurzlebig daher. Zuf&auml;llige Begegnungen, buchst&auml;blich im Vorbeigehen, die zus&auml;tzlich zu ihrem unerwarteten Auftreten kurz eine die Aufmerksamkeit bindende Ansicht entfalten um im n&auml;chsten Augenblick schon der Vergangenheit anzugeh&ouml;ren als h&auml;tte es sie nie gegeben.</p><p>Vor Ort einer solchen Szenerie ansichtig denkt man nicht weiter dr&uuml;ber nach, entnimmt dem Kontext der Begebenheit ihre Bedeutung und geht wie jeder weiter seiner Wege.&nbsp;Interessant ist, welche unterschiedliche visuelle Kraft all unsere tagt&auml;glichen Begegnungen auspr&auml;gen, wie individuell wir zwischen Ignoranz und Wahrnehmung mit ihnen umgehen.</p><p>Die Fotografie gibt uns ein Mittel in die Hand, diese Kraft festzuhalten. Zwar ist die Wirkung einer Ansicht so subjektiv wie ein Abbild von ihr, aber anders als das Erlebnis selbst ist die Fotografie des Kontexts beraubt. Hier liegt wahrscheinlich ein Teil des Zaubers, den Fotografien enthalten und entfalten k&ouml;nnen.</p><p>Das Bild ist reduziert auf das, was im gew&auml;hlten Ausschnitt und Moment sichtbar ist. Die Zeit ist angehalten, der Betrachter um das gebracht, was vorher oder nachher noch zu sehen war. Mit dem Einfrieren der Ansicht im Moment entsteht etwas Neues. Der Betrachter der Fotografie erlebt das Bild allein in jenem vom Fotografen herausgegriffenen Moment und verleiht diesem Erlebnis eine eigene Bedeutung, die nur aus dieser Ansicht sch&ouml;pft.</p><p>Ein Austausch, auf den sich die Beteiligten einlassen m&uuml;ssen. Der losgel&ouml;st vom blo&szlig;en Konsum von Bildern stattfindet, wenn es zugelassen wird.</p><p>Und bei aller Reflektion und Interpretation bleiben diese Ansichten des Allt&auml;glichen nichtige Momente in einer unendlichen Reihe von Begegnungen, deren Abbild vielleicht gelegentlich nicht allt&auml;glich sein mag, aber ebenso kurzlebig, verg&auml;nglich und bedeutungslos wie im Grunde letztlich alles.</p><p>Momente allerdings, f&uuml;r die das Zuschauen gelegentlich lohnt.</p><p style="text-align: right;">Bild:<br />Frankfurt, R&ouml;merberg, Mai 2017<br />Kodak Porta 400<br />400 @ 640, push 1</p>http://uhilger.de/worte?b=4947Ulrich Hilger, http://uhilger.de4947Thu, 7 Sep 2017 23:31:22 +0200Geduldsspiel<p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/7815" data-lightbox="7815"><img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/k/7815" alt="foto" width="240" height="167" /> </a> F&uuml;r einen Freizeitknipser wie mich ist es ganz unterschiedlich, welche Gelegenheiten zum Fotografieren sich ergeben und wie viele Bilder jeweils dabei entstehen. So kommt es nicht selten vor, dass vom Einlegen eines Films in die Kamera bis zur Entwicklung acht Wochen&nbsp;ins Land gehen. Allein das Entwickeln nimmt vom Versand bis zum Erhalt der Bilder ein bis zwei Wochen in Anspruch.&nbsp;</p><p>F&uuml;r digitale Bilder liegt das jenseits der Vorstellungskraft, hier ist gemeinhin ein Bild schon online, sobald die Kamera oder das Telefon ein Netz hat :-)</p><p><span style="font-size: 1em;">Das Warten auf den gerade in Bearbeitung befindlichen Laborauftrag ist auch wirklich &ouml;de.&nbsp;</span><span style="font-size: 1em;">Anfangs dachte ich, es k&ouml;nnte mich auf Dauer wieder vom Fotografieren auf Film abbringen.&nbsp;</span><span style="font-size: 1em;">Die Rolle ist voll und eingeschickt, man ist gespannt, wie die Bilder geworden sind. Oft wei&szlig; man gar nicht mehr, was eigentlich alles auf die Rolle draufkam und muss doch lange warten, bis das Ergebnis endlich vorliegt.</span></p><p><span style="font-size: 1em;">Mittlerweile kann ich allerdings sagen, es ist eher umgekehrt. Ich m&ouml;chte diese schnelle Form des Umgangs mit Fotografien gar nicht mehr&nbsp;und &uuml;berlege, ob es sich &uuml;berhaupt empfiehlt, Bilder auf diese Weise im Netz zu zeigen. Ob nicht Fotografien noch l&auml;nger aufbewahrt werden sollten und zu gegebener&nbsp;Zeit als gr&ouml;&szlig;ere Gruppe, zum Beispiel als Bildstrecke oder Fotobuch besser aufgemacht w&auml;ren, auch, wenn sie nicht oder nur lose in eine Gruppe oder Folge zu bringen sind.&nbsp;</span></p><p><span style="font-size: 1em;">Bis ich mir darauf einen Reim machen kann, sammeln sich Bilder eher an und m&uuml;nden in einen langsam tr&ouml;pfelnden Strom von einzelnen Fotografien, die auf den Fotoseiten auftauchen und sich dort einreihen. Da sie nicht in streng zeitlicher Abfolge zu sehen sind kommt es dann auch vor, dass mal eine Aufnahme aus einer noch l&auml;nger zur&uuml;ckliegenden Begebenheit zu sehen ist.&nbsp;</span></p><p>F&uuml;r den Betrachter ist das ohnehin nebens&auml;chlich, er hat ja nicht denselben Bezug zur Aufnahme wie der Fotograf. &nbsp;</p><p>Auf jeden Fall ist eine&nbsp;beschauliche Vorgehensweise beim Bilder machen f&ouml;rderlich f&uuml;r eine intensivere Besch&auml;ftigung mit der Materie in allen Phasen und der Hinwendung zum Gegenstand der Fotografie. Dabei verringert sich die Zahl der Bilder,&nbsp;m&ouml;gliche Motive werden st&auml;rker hinterfragt bevor sie abgebildet werden.</p><p>Sei auch die Warterei ein stetig bleibendes Spiel mit der Geduld kann ich daran nur Gutes finden. Und sie ist am besten mit der Anfertigung weiterer Bilder verbracht.</p><p style="text-align: right;">Bild:<br />Tornby, August 2016<br />Kodak Ultramax 400</p>http://uhilger.de/worte?b=4944Ulrich Hilger, http://uhilger.de4944Wed, 6 Sep 2017 07:04:15 +0200Koudelka<p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/7500" data-lightbox="7500"> <img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/k/7500" alt="foto" width="240" height="167" /> </a> Ich kannte nat&uuml;rlich die Fotografien, die Josef Koudelka in Prag machte, als die russischen Panzer dem Prager Fr&uuml;hling ein Ende setzten. Jeden, der schon selbst am Wenzelsplatz stand, wird z.B. die Fotografie Koudelkas von dort direkt ansprechen. Bemerkenswert sind auch die Umst&auml;nde, unter denen die Bilder an die &Ouml;ffentlichkeit gelangten wie &uuml;berhaupt die ganze Vita dieses au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Fotografen. Die Bilder im Gro&szlig;format aus der N&auml;he zu betrachten ist dann noch um einiges besonderer.</p><p>Neu f&uuml;r mich waren die weiteren Aufnahmen, die neben den erw&auml;hnten noch bis 10. September <a href="https://www.co-berlin.org/josef-koudelka">in Berlin</a> zu sehen sind. Die kompositorische Kraft dieser Fotografien ist gewaltig und so bin ich ausgesprochen gl&uuml;cklich, dass sich ein Besuch im Amerika-Haus mit einem Termin in Berlin kombinieren lie&szlig;. Es sprang sogar noch ein 12-Euro-Schn&auml;ppchen beim Erwerb eines Bildbandes mit Fotografien von Marc Riboud ("50 ans de photographie, l'instict de l'instant") in der hauseigenen Buchhandlung sowie ganz allgemein der Genuss beim Besuch dieses 50er-Jahre-Baus heraus. Besser geht kaum.</p><p>Wem es nicht verg&ouml;nnt ist, die Ausstellung zu besuchen, sei der Begleitkatalog aufs W&auml;rmste empfohlen.</p><p>(Die Fotografie zu diesem Beitrag ist nat&uuml;rlich nicht von Koudelka. Mir war einfach danach, eine Schwarzwei&szlig;aufnahme beizuf&uuml;gen)</p><p style="text-align: right;">Bild:<br />Berlin, N&auml;he Hackescher Markt<br />Juli 2016<br />Kodak Tri-X</p>http://uhilger.de/worte?b=4941Ulrich Hilger, http://uhilger.de4941Fri, 1 Sep 2017 00:30:27 +0200Hinsehen<p><a href="/cms/pub/photo/id/g/8874" data-lightbox="8874"> <img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/cms/pub/photo/id/k/8874" alt="foto" width="240" height="167" /> </a> Tag f&uuml;r Tag wird unser Blick von etwas eingenommen, andauernd, immer wieder neu, nur kurz, bevor wieder andere Begebenheiten sich ins Blickfeld dr&auml;ngen. Ich gehe gern auf Spazierg&auml;nge mit der Kamera, weil so&nbsp;diese Kette von Momenten teilweise mitgenommen werden kann.</p><p>Fotografien dienen der Erinnerung, erleichtern es, sich l&auml;nger zur&uuml;ckliegende Erlebnisse erneut vor Augen zu f&uuml;hren.</p><p>Das gilt eben auch f&uuml;r Momente, zu denen kein anderer Bezug f&uuml;r uns besteht, als dass sie einmal, wenn auch vielleicht nur kurz unsere Aufmerksamkeit gewonnen haben. Ein Tagebuch aus Fotografien.&nbsp;</p><p>Dabei sollte&nbsp;die Wiedergabe m&ouml;glichst getreu dem eigenen Empfinden entsprechen, was zum Gelingen als Fertigkeit st&auml;ndig&nbsp;ausgef&uuml;hrt sein will. Bild f&uuml;r Bild entsteht ein Blick auf die eigene Wahrnehmung, auf einer Metaebene sozusagen. Das&nbsp;schafft auch Abstand vom ewig gleichen Trott, hilft, vom&nbsp;eigenen Tun und Dasein Abstand zu nehmen und&nbsp;<span style="font-size: 1em;">zeitweilig&nbsp;</span><span style="font-size: 1em;">aus einer anderen Warte heraus zu </span><span style="font-size: 1em;">agieren</span><span style="font-size: 1em;">.</span></p><p>Da ist das Teilen von Fotografien auf einem Dienst wie flickr oder auch den eigenen Fotoseiten am Ende blo&szlig; ein letzter Schritt, der nur best&auml;tigt, wie subjektiv das Interesse an den enstehenden Bildern bleibt.</p><p>Aber ist das nicht, was alle anderen auch tun? Ob Instagram oder Magnum Photos, ob unbeachtet, Hingucker&nbsp;oder &uuml;berw&auml;ltigende Resonanz. Vieles, was ich dabei an anderer Stelle finde, ist mir zu aufgeladen mit Erwartungen, Anspr&uuml;chen und Interpretationen. Mir ist es daher auch&nbsp;Bed&uuml;rfnis, der Bilderflut sozusagen die eigene Auswahl vorzusetzen.</p><p>Die besteht aus vielerlei Blickwinkeln. Es f&auml;llt mir schwer, mir selbst ein Thema zu setzen. Es ergeben sich zwar Interessenschwerpunkte, aber das sind eigentlich nur Versuche einer Gliederung. Letztlich sind es alles Bilder, die aus dem Moment heraus und jedes f&uuml;r sich wirken.</p><p>Auch eine Erkenntnis, die sich daraus ziehen l&auml;&szlig;t. Wir leben jeweils im Moment. Davor liegt eine Ungewi&szlig;heit, die sich nur sehr eingeschr&auml;nkt gestalten und nicht im mindesten vorweg nehmen oder abbilden l&auml;&szlig;t.</p><p>Was also liegt n&auml;her, als m&ouml;glichst viel von dem, was uns im Moment umgibt, mitzunehmen, festzuhalten und die so selbst ins Bild gesetzten Wahrnehmungen mit unseren Zeitgenossen zu teilen. Neben dem Festhalten f&uuml;r die eigene Erinnerung beinhaltet das Teilen dieser Bilder eine Chance, auch andere Blickwinkel, Sichtweisen und 'Welten' kennenzulernen.&nbsp;</p><p>Eine&nbsp;Auseinandersetzung, die f&uuml;r mich bislang ein bleibendes Interesse birgt und hoffentlich noch lange anh&auml;lt.&nbsp;Man muss nur hinsehen.</p><p><a href="/data/ulrich/bilder/neu/8642.jpg" data-lightbox="8642"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/data/ulrich/bilder/neu/8642_kl.jpg" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="/data/ulrich/bilder/neu/9039.jpg" data-lightbox="8642"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/data/ulrich/bilder/neu/9039_kl.jpg" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="/data/ulrich/bilder/neu/9043.jpg" data-lightbox="8642"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/data/ulrich/bilder/neu/9043_kl.jpg" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="/data/ulrich/bilder/neu/7562.jpg" data-lightbox="8642"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/data/ulrich/bilder/neu/7562_kl.jpg" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="/data/ulrich/bilder/neu/8888.jpg" data-lightbox="8642"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/data/ulrich/bilder/neu/8888_kl.jpg" alt="foto" width="120" height="83" /> </a> <a href="/data/ulrich/bilder/neu/8874.jpg" data-lightbox="8642"> <img style="margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/data/ulrich/bilder/neu/8874_kl.jpg" alt="foto" width="120" height="83" /> </a></p>http://uhilger.de/worte?b=4940Ulrich Hilger, http://uhilger.de4940Sun, 27 Aug 2017 14:14:13 +0200Ins Netz gegangen<p><a href="/cms/pub/photo/id/g/8883" data-lightbox="8883"><img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="/cms/pub/photo/id/k/8883" alt="foto" width="240" height="167" /> </a> Alle sind&nbsp;heute im Netz pr&auml;sent. Schade nur: Viele Teilnehmer sind in den Silos von Facebook, Twitter oder Instagram vergraben. Ich habe mich vor einigen Wochen mal bei Facebook angemeldet, wollte wissen, wie es da so ist und muss f&uuml;r mich feststellen: Es&nbsp;gibt mir nichts.&nbsp;</p><p>Ich verstehe noch immer nicht, warum man es vorzieht, auf&nbsp;Twitter oder Facebook einer Quelle zu folgen anstatt die Quelle selbst zu verwenden.</p><p>Nehmen wir beispielsweise Magnum Photos. Ich sehe f&uuml;r Fotografien und Essays gerne und regelm&auml;&szlig;ig deren Webseite an. Immer, wenn dort ein neuer Inhalt erscheint, gibt es auch einen Eintrag auf&nbsp;Twitter und Facebook. Einen RSS-Feed scheint Magnum&nbsp;gar nicht mehr zu unterhalten.&nbsp;</p><p>Aber muss ich sofort vom neuen Inhalt erfahren und daf&uuml;r&nbsp;<span style="font-size: 1em;">eigens ein Twitter-Konto haben</span>? In der Regel habe ich zum Zeitpunkt der Meldung ohnehin keine Zeit, den neuen Beitrag anzusehen und m&ouml;chte auch nicht st&auml;ndig ungelesene 'Neuigkeiten' aufarbeiten m&uuml;ssen.</p><p>Lieber ist mir der umgekehrte Weg. Wenn ich Lust und Zeit habe,&nbsp;<span style="font-size: 1em;">schaue ich direkt&nbsp;bei Magnum herein und sehe, was es seit dem letzten Mal so Neues gibt</span>. Es kommt mir sehr entgegen, dass Magnum eine eigene Webseite betreibt und Aufwand in die Pr&auml;sentation eigener Inhalte steckt anstatt sie in die beschr&auml;nkten 'Silos' von Facebook oder Twitter zu zw&auml;ngen.</p><p>Noch immer gilt: Auf die Inhalte kommt es an.</p><p>Mag es auch sein, dass ohne Facebook und Co. von Inhalten im Netz keiner etwas mitbekommt. Inhalte m&uuml;ssen erst einmal da sein und sie k&ouml;nnen und sollten eigenst&auml;ndig im Netz stehen.</p><p>Wie also bringt&nbsp;man ohne Facebook, Twitter oder Instagram Inhalte ins Netz? Ich verwende die <a href="/dev/Software/WebBox/WebBox">WebBox</a>&nbsp;f&uuml;r so etwas. Erst k&uuml;rzlich ging beispielsweise eine neue Fassung der <a href="/photo">Fotoseiten</a> online, die auf der WebBox l&auml;uft und auch ihre Inhalte von da&nbsp;bezieht. &nbsp;</p><p>Nun ist es nicht jedermanns Sache, einen eigenen Server im Netz zu installieren und zu betreiben. Dank moderner M&ouml;glichkeiten der Cloud muss man das auch gar nicht, das Zauberwort hei&szlig;t <a href="http://www.docker.com">Docker</a>. Viele Anbieter haben mittlerweile Laufzeitumgebungen f&uuml;r Container im Programm, freilich beispielsweise auch <a href="https://cloud.google.com/container-engine/">Google</a> um nur einen zu nennen.</p><p>Der Unterschied und Vorteil einer solchen Webpr&auml;senz gegen&uuml;ber Facebook oder Twitter ist, dass sie vollkommen frei und ohne Einschr&auml;nkungen gestaltet und mit Inhalten versehen werden kann. Und mit etwas wie der WebBox ist man zudem nicht an eine bestimmte Laufzeitumgebung gebunden, kann seine Inhalte und L&ouml;sungen unver&auml;ndert jederzeit sehr einfach und schnell auch auf eine andere Plattform bringen.</p><p>Also: Die WebBox einfach als Docker-Container starten und im Handumdrehen eigene Inhalte ins Netz stellen.</p><p style="text-align: right;">Bild: <br />Frankfurt, Mai 2017<br />Kodak Gold 400</p>http://uhilger.de/worte?b=4938Ulrich Hilger, http://uhilger.de4938Sun, 13 Aug 2017 20:15:00 +0200Eingeklinkt<p><a href="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/g/9119" data-lightbox="9119"> <img style="float: right; margin: 5px 10px; border: 1px solid black;" src="http://uhilger.de/cms/pub/photo/id/k/9119" alt="foto" width="240" height="167" /> </a>Das Auto voll Proviant laden und f&uuml;r zwei Wochen auf ein Boot verschwinden. Hinaus aufs Meer, sich ausklinken. Das war der Plan f&uuml;r diesen Sommer und er ist aufgegangen. Beschauliche H&auml;fen, kein Netz, ein gutes Buch und ebensolcher Tropfen, alles wie es sein muss.</p><p>Nun hat uns fast der Alltag wieder aber noch h&auml;lt die Wirkung erfreulicherweise durchaus an.</p><p>Ich habe ungew&ouml;hnlich wenig Fotografien gemacht. Auch das hat vielleicht zum 'Ausklinken' beigetragen. Mal nicht dem Diktat der mitgef&uuml;hrten Kamera folgen und einfach da sein.</p><p>Umbr&uuml;che allenthalben, denn auch der in den letzten zwanzig Jahren tradierte Familienurlaub br&ouml;ckelt langsam und unwiederbringlich dahin. Sohn Nummer Eins war studien- und klausurbedingt erstmals nicht dabei. Der Lauf der Zeit.</p><p>Sonst noch zu vermelden: Nach l&auml;ngerer Bosselei an einer neuen Fassung der <a href="/photo">Fotoseiten</a> ist diese heute in Produktion gegangen. Es war mal Zeit, die neueste Webtechnik zu verwenden. Die Linkseite und der RSS-Feed fehlen noch, aber meine Fotografien erfreuen sich ab sofort bereits einer modernisierten "Betrachtbarkeit".&nbsp;</p><p style="text-align: right;">Bild:<br />Seedorf, Juli 2017<br />Kodak Portra 160 @ 500 (push 2)</p>http://uhilger.de/worte?b=4937Ulrich Hilger, http://uhilger.de4937Wed, 2 Aug 2017 20:41:17 +0200