Prägung

8. Mai 2018

 

foto In unserer so sehr von Mode und Werbung durchsetzten Alltagsumgebung fällt ein Bild nicht sonderlich auf, das dieser gewohnten Sprache folgt. Interessant wird es, wenn ein Moment in allen seinen vielen Elementen so durchkomponiert wirkt, dass der Eindruck entsteht, er sei eines dieser gestellten Modebilder. Ahmt dann der Moment die Modesprache nach? Oder hat rückwirkend jene Sprache treffend unsere Alltagswelt zitiert?

Werber und Fotografen müssen einiges unternehmen, damit eine der vielen gestellten Modefotografien beiläufig alltäglich wirkt. Welchen Typ Bild sehen wir letztenendes, die gestellte Aufnahme, die alltäglich erscheint oder den Alltagsmoment, in dem für einen Wimpernschlag zufällig alles wirkt wie auf einem aufwendig gestalteten Filmset?

Wie sehr beeinflussen beide Seiten sich? Gelegentlich scheint beides ineinander überzugehen.

Die vielen Bilder, die uns pausenlos umgeben, üben einen ausserordentlichen Einfluss aus. Sie prägen unsere Wahrnehmung, unser ästhetisches Empfinden, dringen ins Unterbewusste vor, konditionieren unser Verhalten. Zuletzt ist es tatsächlich möglich, buchstäblich im Vorbeigehen die Bilderwelt der Werbeplakate nahezu 1:1 aus dem Alltagsleben um uns herum herauszupicken.

Foto:
Frankfurt, April 2018
Kodak Gold 400, Summilux-M 35





 

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